VISION 20002/2016
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Glaubensfest für junge Leute

Artikel drucken Das Jugendtreffen in Pöllau

Viele meinen, man könne die Jugend heute nicht mehr für den Glauben begeistern. Irrtum! Jedes Jahr kommen junge Leute nach Pöllau und viele erleben dort eine Woche, die Wende in ihrem Leben darstellt: ein neues Leben mit Christus.

Wenn ich heute an mein erstes Pöllau zurückdenke, überkommt mich eine Gänsehaut, weil es einfach so ein unglaubliches Erlebnis war. Ich war damals (2003) mit 13 ein sehr schwieriges Kind und stand in heftigen Auseinandersetzungen mit meinen Eltern, Geschwistern, Lehrern, Schulkollegen –  eigentlich mit der ganzen Welt, vor allem aber mit Gott. Als Pöllau-Freunde meine Schwestern zu Hause besuchten, beeindruckten sie mich mit ihrer Coolheit und einer von ihnen fragte mich beim Abschied, ob ich ein echter Mann werden möchte (ein guter Trick), ich antwortete natürlich „JA“, worauf er erwiderte: „Dann musst du nach Pöllau kommen!“ Und da war ich dann.
Was sich in dieser Woche alles verändert hatte, kann ich nicht so einfach beschreiben – ich wurde auf jeden Fall ein echter Mann! Nein, Scherz! Aber mein Herz hat sich in dieser für mich persönlich sehr schwierigen Zeit wieder geöffnet, und ich habe mich wahnsinnig geborgen gefühlt!
Starker Lobpreis, Freude beim Sport, viele Freundschaften, das tolle Programm, viel Sonne und Schweiß, das tägliche Open-Air Frühstück, Tränen bei der Beichte, das Konzert und das Lagerfeuer, kurze Nächte und die harte Isomatte, jede Menge coole Jugendliche… irgendwie hat alles dazu beigetragen, dass das Herz verwandelt wurde. Ich wollte einfach nicht mehr heimfahren, wünschte mir, dass Pöllau mindestens 365 Tage dauert, wenn es schon nur einmal im Jahr ist. Aber am Sonntag war es leider aus!
Was sich in den folgenden Jahren getan hat, war  wunderschön! Ich hatte einen Schatz in meinem Herzen mitgenommen, und der Wunsch, das ganze Jahr „Pöllau zu leben“,  blieb erhalten. Ich begann, Gitarre zu spielen und hatte am Morgen stets meinen eigenen  Lobpreis, ich begann mit meiner Oma Rosenkranz zu beten und viele andere verrückte Dinge zu tun. Aus einem Außenseiter wurde jemand, der bewundert wurde, aus einem Schwächling ein Vorbild für andere....
Das hat sich durch die sechs Tage Pöllau (jedes Jahr) immer mehr verwirklicht und dazu kam, dass ich in Pöllau eines Tages den Wunsch im Herzen verspürte, mich ganz Jesus zu schenken und Priester zu werden. Ein besonderer Moment, den ich nie vergessen werde! Nun bin ich mit dem Theologiestudium am ITI in Trumau fast fertig und freue mich als Seminarist für die Erzdiözese Salzburg aufgenommen zu sein, um dem Priestertum entgegenzuschreiten.
So durfte ich selbst Pöllau als eine unvergleichliche Woche kennenlernen und freue mich nach wie vor auf diese besondere Zeit im Sommer. Es hat damals mein Herz wirklich verändert, und es verändert mein Herz immer wieder aufs Neue. Gott ist wirklich selbst der Programmdirektor und empfängt jeden Jungendlichen persönlich – so ist mein persönlicher Eindruck! Der Heilige Geist weht jedes Jahr aufs Neue, und die Muttergottes führt uns immer tiefer in ihr Unbeflecktes Herz. So freue ich mich jetzt schon sehr darauf und hoffe, auch dich heuer dort zu treffen.
 Rupert, 25 Jahre


Mit 12 Jahren bin ich das erste Mal beim Jugendtreffen in Pöllau gewesen. Die Jugendgruppe, bei der ich damals dabei war, wurde gebeten, für einen Abend einen Tanz oder Sketch einzuüben und dann entschieden wir uns dafür, gleich die ganze Woche zu bleiben. Eigentlich war ich ja fast ein bisschen illegal dort, weil das Jugendtreffen für Jugendliche ab 14 gedacht war, aber ich fiel mit meinen 1,77 m wohl kaum auf.
Was dann passierte, hat mein Leben um etwa 180 Grad gedreht. Heute, 8 Jahre und 8 Jugendtreffen später, kann ich nur mit großer Dankbarkeit auf die Sommer in Pöllau zurückschauen. Ich bin sicher, dass ich heute nicht der gleiche Mensch wäre, wenn ich nicht in Pöllau Jesus und dem lebendigen Glauben begegnet wäre. Über die Jahre ergaben sich Freundschaften , die wohl fürs ganze Leben halten. Ich durfte so viel lernen, über mich selbst, über die Kirche, zu der ich gehöre, über den Gott, an den sie glaubt.
Man muss wissen: Zur damaligen Zeit, auch Hochpubertät genannt, wusste ich nicht so richtig, wo ich hingehörte. Zweimal flog ich fast von der Schule, weil ich aggressiv war und Mitschüler gemobbt hatte. Meine Mutter schleppte mich vom „Seelenklemptner“ zur Bachblütentherapeutin und wieder zurück, doch nichts half wie es aussah. Nach meinem ersten Mal Pöllau machte sie sich wohl Sorgen, weil sie ihr Kind offenbar nicht wiedererkennen konnte. Ja, Pöllau veränderte mein Leben nachhaltig!
8 Jahre später ist sich meine Mutter wohl sicher, dass das keine Phase ist, die wieder vergeht, sondern, dass es mich voll und ganz erwischt hatte. Ich, Sprössling einer Familie, die sich höchstens zu Ostern bei der Speisensegnung den Sanktus für das ganze Jahr holte, schien da auf etwas gestoßen zu sein, was nicht ganz normal schien. Wie gesagt: Meine Mum machte sich Sorgen. Spätestens, als die Dorfmitbewohner mit Besorgnis an sie herantraten: „Ihre Tochter verhält sich abnormal… sie wurde gesichtet – in der Sonntagsmesse!“ Hin und wieder frage ich mich ja selber, was da mit mir passiert ist. Was ist dort, was diesen Ort so besonders macht?
Es kann nicht nur an der Musik und der Gemeinschaft liegen. Natürlich begünstigt das spirituelle Erfahrungen, aber das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Was…oder sagen wir, Wer macht dieses Jugendtreffen zu dem, was es ist?
Jahre später wundere ich mich manchmal selber, was da so aus meinem Munde kam und kommt, wenn ich gefragt werde, wieso und wie ich zum Glauben gekommen bin. Ich bin mir sicher, mir ist es gleich gegangen, wie jedem, der zum ersten Mal beim Jugendtreffen ist: Man kommt hin und denkt sich „Wo bin ich hier nur gelandet?“ Und dann erwische ich mich dabei, wie ich begeistert von meinem Glauben erzähle und so Sätze meinen Mund verlassen wie „Stell dir vor, du kniest da und auf einmal ist Jesus ganz nahe, und du denkst dir, die spinnen nicht, die haben Recht!“      
 Karin, 21 Jahre


Pöllau 2016

Thema: „Selig die Barmherzigen, sie werden Erbarmen finden!“: Vorträge, Workshops, Hl. Messen, Spiel, Sport, Musik…
Referenten: Pfr. Roger Ibounigg, P. Karl Wallner, Dr. Raphael Bonelli, P. Damian Lienhart…
Zeit: 12. bis 17. Juli
Info&Anmeldung:
0650 2105073, poellau@aon.at
www.jugendtreffen.at

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