VISION 20006/2018
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Einleitung

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Seit Monaten beschäftigt die Krise der Kirche im Gefolge neuer und  wieder aufgewärmter Informationen über den schrecklichen Kindesmiss­brauch, der Geistlichen, ja Bischöfen und sogar einem Kardinal vorgeworfen wird, kirchliche und weltliche Medien, Blogger, Internetforen, private Gespräche…
Das Schlimme an der Sache ist der Umstand, dass die Kirchen so vieler Länder von diesen Vorwürfen betroffen sind und dass es sich nicht um Einzelfälle handelt – was schlimm genug wäre. Da geht es um Australien, Chile, Honduras, Deutschland, die USA, Irland, Belgien… Und niemand traut sich zu behaupten, die Liste sei damit erschöpft.
Ich habe die vielen Meldungen und Debatten intensiv verfolgt. Immer wieder war die Versuchung groß, zornig zu werden und lieblose Gedanken zu wälzen. Naheliegend war auch die Überlegung, das Thema aufzugreifen, als es in die Schlagzeilen geriet. Gott sei Dank haben wir davon Abstand genommen, greifen es aber jetzt auf, nachdem sich die Nebel etwas gehoben haben.
Dabei geht es uns nicht darum, irgendjemanden an den Pranger zu stellen. Wohl aber wollen wir den Versuch wagen, der Frage nach den tieferen Ursachen dieser Erschütterung nachzugehen.
Denn, wenn ein so schwerwiegendes Fehlverhalten so breitgestreut in der „Elite“ der katholischen Kirche auftritt, dann deutet dies auf eine tiefreichende Fehlentwicklung in der Kirche, dem Leib Christi, wie der hl. Paulus sagt, hin. Von ihr sind wir alle betroffen, zu ihrer Sanierung müssen wir alle beitragen. Denn wenn ein Glied leidet, leidet jedes andere mit.
Worum es dabei gehen könnte, wollen wir in den folgenden Beiträgen, die wir in den letzten Monaten gesammelt haben, ausführlich und mit viel Liebe für die Kirche betrachten.

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