VISION 20006/2018
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Allah ist nicht der Gott der Bibel

Artikel drucken Wie der Koran Jesus und Maria darstellt (Von Gertrud Wally)

Es herrscht große Verwirrung: Viele meinen, Muslime und Christen hätten weitgehend ähnliche Gottesvorstellungen. Falsch, wie der folgende Beitrag über die sehr unterschiedliche Sichtweise von Bibel und Koran bezüglich Maria und Jesus zeigt.

Seit geraumer Zeit überfluten muslimische Flüchtlinge Europa, die mit ihrer Religion, dem Islam, häufig Verwirrung, Angst und Schrecken verbreiten.  Nicht selten wird jedoch von kirchlicher Seite zu einer großzügigen Aufnahme der Fremden aufgerufen und um deren Integration zu erleichtern, werden immer öfter gemeinsame Gebetstreffen organisiert.
Sogar katholische Sakralräume werden den Muslimen für ihr Gebet, insbesondere am Freitag, zur Verfügung gestellt. Als Erklärung wird angeführt, dass Christentum und Islam zwei verschiedene Wege zu dem einen Gott seien, die Unterschiede seien schließlich geringfügig.
Ob diese Meinung der Wahrheit entspricht oder eher einer oberflächlichen Kenntnis des Korans entspringt, ist Gegenstand rezenter Studien, die die Sicht des Korans über Jesus und Maria näher beleuchten.
Maria, im Koran Miriam, – übrigens eine anachronistische Verwechslung mit der Schwester von Moses und Aaron – wird zwar vor allen Frauen eine Sonderstellung eingeräumt, die aber gleich durch das überhebliche –aus dem Talmud stammende- Verständnis der Frau im Islam relativiert wird. Miriam ist ja nur ein „Mädchen“.
 Hier sei nur kurz erwähnt, dass die offizielle Entstehung des Islams zwar als eine Offenbarung an die historisch noch wenig untersuchte Person Mohammeds durch den „Engel Gabriel“ dargestellt wird. Soweit sie aber wissenschaftlich erfasst ist, erfolgte sie aus anderen Quellen, wie z. B. aus dem rabbinischen Judentum mit seiner Schrift des Talmuds.
Die Eltern Miriams leben in einer im Koran verbotenen Ehe, was latent ein abfälliges Licht auf Maria wirft . So birgt z. B. die Verkündigungsszene im Koran , die von Christen gerne als positives Geschehen verstanden wird, verborgen abwertendes, antichristliches Gedankengut. Dass nämlich Miriam vor der Gesellschaft ihrer Familie geflohen ist, um sich an einen einsamen Ort zu begeben, würde normalerweise im muslimischen Kontext nur Kopfschütteln und üble Nachrede hervorrufen.
Der Geist Allahs, „Gabriel“, der Miriam in Gestalt eines gut aussehenden Mannes erscheint, damit er ihr nach dem Willen Allahs „einen Sohn beschere“, verzerrt die Gestalt des Erzengels Gabriel, wie sie uns vom Lukas­evangelium bekannt ist. Es kommt sogar der Verdacht im Leser auf, dass Miriam durch diesen Gesandten Allahs schwanger wird. Obwohl sie schon verlobt ist, wehrt sich die Miriam des Korans nämlich nicht bzw. fragt auch nicht, wie „das geschehen solle“, sondern sagt nur, dass sie noch Jungfrau und keine Dirne sei.
Hier auch wieder eine latente Anspielung an den Talmud, der die Empfängnis des Sohnes Gottes in blasphemischer Weise verfälscht. Der Koran sagt übrigens nichts über die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens aus. Der hl. Joseph, der Nährvater Jesu, wird überhaupt nicht erwähnt! Ebenso wenig, dass das „Kind heilig und Sohn Gottes“ genannt werden wird, denn das ist die Hauptsünde im Islam, Gott einen Sohn „beizugesellen“. Daher ist der Begriff „Muttergottes“, „Gottesgebärerin“, wie es das Konzil von Ephesus bereits 431 verkündet hat, im Islam ausgemerzt.
Da die Gottessohnschaft im Koran rein biologisch gedacht wird, und es für Allah undenkbar und „unziemend“ ist, einen Sohn zu zeugen, so wird in mehreren Suren der Zorn Allahs über alle ausgerufen, die Allah einen Sohn beigesellen. Allah wird demnach auch nicht als Vater angerufen!
Aus einer anderen Quelle des Islams, den apokryphen Evangelien, werden die Wundertaten des Kindes Jesu genommen, das allerdings gleich nach seiner Geburt seine Mutter zu einer Lüge anstiften möchte! Es wird zwar im Koran die ungewöhnliche Persönlichkeit Jesu von Anfang an hervorgehoben, aber man erahnt trotzdem die Blasphemien der nichtchristlichen Quellen, aus denen der Koran schöpft.
Im Unterschied zum christlichen Glaubensbekenntnis ist der Jesus des Korans, (übrigens Issa genannt, ein Name ohne heilsgeschichtliche Bedeutung und eigentlich eine versteckte Beleidigung der Christen), nicht am Kreuz gestorben und auch nicht auferstanden. Der Koran leugnet ausdrücklich das christliche Kerygma, Passion und Auferstehung und somit das Erlösungswerk Jesu Christi, des bereits vor Jahrhunderten durch die Propheten angekündigten Messias.
Die Bedeutung des Wortes „Messias“ ist im Koran nicht mehr verständlich. Denn für den Koran ist Jesus nur ein „sündeloser“ Prophet, weniger bedeutend als Mohammed, das „Siegel der Propheten“. Aber im christlichen Verständnis ist Christus nicht nur Empfänger einer göttlichen Offenbarung, sondern die Offenbarung Gottes selbst. Denn er ist der Herr selbst und nicht nur ein „Prophet“. Wahrer Mensch und wahrer Gott.
Da der Koran übrigens auch die Erbsünde leugnet, kennt er weder Erlösung noch stellvertretende Sühne. Der Begriff Sünde ist im Islam eben nur ein Verstoß gegen eine Regel Allahs, (außer der oben erwähnten Hauptsünde, die im absolut falschen Verständnis der hl. Dreifaltigkeit besteht und nicht vergeben werden kann!).
Ob Allah diese „Sünden“ (Verstöße) vergibt, ist seiner Willkür überlassen, denn er führt „in die Irre, wen er will“  und „erschafft Menschen und Djinn für die Hölle“.  Wie kann man dann noch von einem barmherzigen Gott reden, wie er mehrmals am Tag von den Muslimen angerufen wird?
Die Präexistenz des Logos wird überhaupt nicht erwähnt, geschweige denn anerkannt. Eines der Hauptziele des Korans besteht darin, die Göttlichkeit und das Erlösungswerk Jesu Christi zu verneinen.
Andrerseits verleiht der Koran Issa Eigenschaften, die nur Gott besitzt. Z. B., dass er Leben spendet, dass er Wunder tut, dass er die Wahrheit gebracht hat, dass er das Wort Gottes ist, dass er mit heiligem Geist gestärkt ist, dass er mit Weisheit erfüllt ist, dass er der Messias ist, dass seine Lehre (Evangelium, Injil) „Rechtleitung, Licht und Ermahnung für die Gottesfürchtigen“ ist, dass er mit Frieden in die Welt kommt, dass alle Menschen ihm gehorchen müssen, dass er in den Himmel aufgefahren ist, dass er am Tag des Gerichts wiederkommen wird etc.
Wenn laut Islam der biblische Christus mit dem Issa des Korans identisch ist, dann müsste der Koran logischerweise Christus als Gott anerkennen, warum aber tut er es dann nicht?
Der Koran vermengt also Lüge und Wahrheit und stiftet somit seit Jahrhunderten Verwirrung, die glaubensschwache Personen leicht in die Apostasie, die Abwendung von ihrem Glauben, führen kann. Denn der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern prinzipiell eine politische Ideologie, die die Religiosität der Gläubigen ausnützt, sich seit Jahrhunderten mit Gewalt ausbreitet und die Weltherrschaft anstrebt.
Ein wirksamer Schutz gegen den aggressiv expandierenden Islam besteht daher nicht bloß in politischen Maßnahmen, sondern in erster Linie in der Befolgung aller Bitten, die die Muttergottes seit Beginn des marianischen Zeitalters (1830) in all ihren Erscheinungsorten ausgesprochen hat, wie z.B. der genauen Kenntnis der christlichen Lehre, des Katechismus, in der meditativen Lektüre der Bibel, insbesondere des Neuen Testamentes, aber ebenso im Gebet, vor allem dem betrachtenden Rosenkranzgebet, dem Engel des Herrn (!), einem vertieft christlichen Leben, im Fasten und einer mutigen Evangelisierung der nach Wahrheit (d.h. nach Christus) hungernden Menschen, (wobei der Kenntnis des Grabtuches von Turin eine besondere Bedeutung zukommt), der Sühnesamstage wie der stellvertretenden Sühne und vor allem der Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens.


Bibliographie

P. Josef Herget: Schriftenreihe „Christentum und Islam“
P. Guy Pagès:“Interroger l’Islam   1501 questions à poser aux musulmans“ DMM. 4e édition, Paris 2018
Annie Laurent: L’Islam pour tous ceux qui veulent en parler (mais ne le connaissent pas encore) éd. Artège, Paris 2017
Jean-Jacques Walter: Le Coran révélé par la Théorie des Codes, Studia Arabica XXII, éditions de Paris, 2014
P. Edouard Marie Gallez: Le Messie et son Prophète   Aux origines de l’Islam Studia Arabica I et II, éditions de Paris, Paris 2005
Olaf: Le grand Secret de l’Islam, Paris 2015
Leila Quadr et Aarun Amine  Saad Edine: les Trois Visages du Coran. Éditions de Paris, s.a. (2014 ?)
Peter Schäfer: Jesus im Talmud, Mohr Siebeck, Tübingen 2007
Detschko Svilenov  Myuzhgen Ahmedova  Ali Dini: Christentum und Islam Zwei grundverschiedene Religionen. Wo ist die Wahrheit, Bulgarien 2016
Der Koran, Reclam, Stuttgart 1990
Die Bibel: Jeruslamer Bibel, Diego Arenhoevel, Alfons Deissler, Anton Vögtle, Herder, Freiburg im Breisgau 1968



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