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Den Lebensstil frei wählen

Artikel drucken Was der Feminismus in der UNO ansteuert (Gudrun Lang)

Der weibliche Lebenslauf ist bekanntlich ein anderer als der männliche. Ausbildung - Berufseinstieg - Kinder - schwieriger Wiedereinstieg (wenn überhaupt) und dann fast keine Karrierechancen. Umgekehrt gibt es Frauen, die gerne bei ihren Kindern zu Hause bleiben würden, sich dies aber nicht leisten können. Frau- und Muttersein können (neben all seinen Freuden und Schönheiten) das Leben rechtlich und faktisch erschweren. Um dies zu verbessern, könnte man den weiblichen Lebenslauf in die Rechtsordnung integrieren - oder aber Frau- und Muttersein einfach abschaffen.

Es gibt also zwei grundverschiedene Auffassungen von Feminismus: der gesunde" - und der andere, der herkömmliche: der Gender Feminismus". Ersterer versucht mit frauenspezifischen Maßnahmen, das Leben als Frau zu verbessern (z.B. ihr die Möglichkeit zu geben, ihr Kind selbst zu betreuen); letzterer versucht einfach, den weiblichen Lebenslauf abzuschaffen und die Frau dem Mann anzugleichen.

Ersterer will Chancengleichheit; letzterer Zahlengleichheit: 50 Prozent Frauen in allen Berufssparten. Ich frage: Auch in der Berufssparte Mutter? Die Natur hat ihnen da ein Schnippchen geschlagen: und weder eine Verurteilung durch ein Höchstgericht, noch wütende Protestkundgebungen und empörte Publikationen werden die Natur von ihrem (fast könnte man sagen verfassungswidrigen") Zwei-Geschlechter-Konzept abbringen.

Darum auch der Name Gender" Feminismus: Gender bedeutet Geschlechterrolle, ein Begriff, der dem biologischen Geschlecht die Bedeutung abspricht und das eigentliche Geschlecht einer Person als gesellschaftlich konstruiert und damit künstlich aufgezwungen ansieht. Und weil man gesellschaftlich sehr viel konstruieren kann, gibt es plötzlich auch 13 Geschlechter: z.B. biologisch-weiblicher Wunschmann mit homosexueller Orientierung oder ohne, biologisch männliche Wunschfrau, Transvestiten, Zwitter, usw. All das unter der Fahne der Selbstbestimmung und einer vermeintlichen Freiheit, die die Wahrheit der Dinge schon lange hinter sich zurückgelassen hat.

Klingt das alles zu utopisch? Keineswegs! Gender FeministInnen sind die VordenkerInnen der nationalen und internationalen (sozialdemokratischen) Politik! Gerade die Vereinten Nationen verteilen die Gender Agenden in der ganzen Welt: Man organisiert Weltkonferenzen und produziert Dokumente, die zwar nicht rechtlich, aber sehr wohl faktisch verbindlich sind.

Man fordert darin die freie Wahl der Fortpflanzung" und meint damit Abtreibung auf Wunsch; die freie Wahl des Lebensstils" und versteht darunter Homosexualität und alle Formen der außerehelichen Sexualität. Die wirtschaftlich weniger entwickelten unterzeichnenden Staaten sind sich meist der wahren Bedeutung der Begriffe nicht bewußt. Auch nicht, daß diese Forderungen oft ihren nationalen Gesetzen grob widersprechen.

Plötzlich binden aber die EU und die USA ihre Unterstützung für Schulen und Krankenversorgung an die Umsetzung der unterzeichneten Texte. Der darauf angewiesene Staat hat keine andere Wahl. Außerdem interpretiert man die Menschenrechte neu: Das Recht auf Leben sollte Frauen schützen, deren eigenes Leben durch eine Schwangerschaft bedroht ist" (UNFPA-Jahresbericht 1997). Die Befreiung der Frau durch ein Recht auf Abtreibung? Daß das nicht stimmt, wissen wir doch schon lange! Die Hälfte der getöteten Kinder sind Frauen! Und ihre Mütter werden psychisch verletzt! Und den Männern gibt es noch viel mehr die Möglichkeit, die Frauen zu unterdrücken.

Warum pocht der Gender Feminismus dann so auf ein Recht auf Abtreibung und eine Gleichstellung aller erdenklichen Lebensgemeinschaften? Weil er die Zerstörung der Familie anstrebt.Denn Familie, Mutterschaft und Heirat sind die Ursachen für die Unterdrückung der Frauen". Nur die Frau, die sich selbst nicht schenkt, kann demnach glücklich sein.

Sich vom Schöpfer und vom Nächsten abzuwenden und sich selbst zuzuwenden, ist das nicht die Definition der Sünde? Reich, schön, unabhängig und einsam stolzieren wir also geradeaus in den Abgrund. Um die eine Erfahrung reicher, wo man das Glück nicht findet.

Die Alternative? Mensch, lebe, was du bist: als Frau oder Mann. Und tue, was dir entspricht: Schenke dich selbst. Gott, deinem Partner, deiner Familie, deinem Nächsten. Und du wirst dich plötzlich selbst - und glücklich - finden.

Der Autorin ist Mitarbeiterin von Jugend für das Leben".

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