VISION 20004/2005
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Einleitung

Artikel drucken Ein Leitbild für die Frau

Ein Leitbild für die Frau - darf man sich heute dazu überhaupt noch äußern? Man könnte damit ja jemanden bevormunden. “Ob jemand Frau oder Mann ist, soll er/sie selbst entscheiden" war der Titel eines Artikels, den ich vor Jahren gelesen habe. Er behandelte das moderne Rollenverständnis, das derzeit politisch stark gepusht wird.

Es läßt sich, wie folgt, kennzeichnen: Entscheidend für den Menschen sei nicht sein körperliches Geschlecht, sondern die Rolle, die ihm von der Gesellschaft aufgedrängt werde. Um jegliche Überlegenheit eines Geschlechts auszuschalten, gehe es darum, deren Verschiedenheit auf ein Minimum zu reduzieren. Nur so könne endlich die Gleichberechtigung der Frau hergestellt werden. Nach dem Kampf der Geschlechter um Vormacht steht nun also die Abschaffung der Geschlechtlichkeit auf dem offiziellen Programm.

In diesem Umfeld wollen wir im Rahmen des Schwerpunkts versuchen, einen Blick auf das christliche Leitbild vom erfüllten Leben als Frau - auch und gerade in unseren Tagen - zu werfen. Wer damit das Aufwärmen veralteter Rollenklischees assoziiert, dem sei vorweg gesagt, daß die Kirche gerade unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. eine gut argumentierte und schöne, nur leider allzu wenig bekannte Vision von der Zusammenarbeit von Mann und Frau entwickelt hat.

Sie beruht auf der Erkenntnis, daß Gott den Mann und die Frau je besonders, aber vollkommen gleichwertig geschaffen hat, damit sie einander ergänzen, fördern, anleiten und somit zu einer größeren Fülle des Lebens führen können. Auf den folgenden Seiten wollen wir ein paar Schlaglichter werfen auf den wichtigen Beitrag, den die Frauen für eine gedeihliche Entwicklung im 21. Jahrhundert leisten werden müssen.

Christof Gaspari

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