VISION 20004/2005
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Pressesplitter kommentiert

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An der Grenze des Sonnensystems

Nach fast 28 Jahren Flug hat die amerikanische Raumsonde “Voyager 1" als erstes von Menschen gebautes Flugobjekt die Grenze des Sonnensystems erreicht. Das teilte das “Jet Propulsion Laboratory" der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag in Pasadena (Kalifornien) mit. Die Raumsonde fliege jetzt in die unermeßliche und turbulente Tiefe des Weltalls, wo der Einfluß der Sonne ende und der Solarwind auf das dünne Gas zwischen den Sternen stoße. “Voyager 1" startete im September 1977 vom Weltraumbahnhof Cap Canaveral (Florida). Die Raumsonde fliegt mit einer Geschwindigkeit von rund 17 Kilometer pro Sekunde und ist mehr als 14 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Sie ist damit so weit von der Erde entfernt wie kein zuvor von Menschen gebautes Flugobjekt.

FAZ v. 24.5.05


Einerseits großartig, welche technische Wundertaten menschlicher Geist zustandebringt! Andererseits bringt das massive Eingreifen in die Schöpfung unabsehbare Gefährdungen für menschliches Überleben mit sich:

Atomstrahlung und kein Ende

In (der englischen Atomanlage) Sellafield waren Mitte April aus einem leckgeschlagenen Rohr mehrere Tonnen uran- und plutoniumhaltige Salpetersäure ausgelaufen. “In einem so sensiblen Gebiet" wie der Atomenergie sei das größte Maß an Transparenz wichtig, fordert nun der zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs. Europaweite AKW-Sicherheitsstandards sind bisher aber am massiven Widerstand von Deutschland und Großbritannien gescheitert.

Transparenz fordert die EU-Kommission nicht nur bei AKW-Zwischenfällen, sondern auch bei den Langzeitfolgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl. Denn auch 19 Jahre nach der Nuklearkatastrophe sei die Strahlenbelastung anhaltend hoch, bestätigte Piebalgs auf Anfrage der grünen EU-Abgeordneten Rebecca Harms. Auch in Österreich werden in bestimmten Regionen “in Wildfleisch, in wild wachsenden Beeren, Wildpilzen und in Fleisch fressendem Fisch" Werte einer Belastung mit Cäsium-137 “in Höhe von zuweilen mehreren tausend Becquerel pro Kilogramm erreicht", heißt es in der Stellungnahme, die der Presse vorliegt. Österreich zählte im internationalen Vergleich zu den am stärksten vom Tschernobyl-Fallout betroffenen Ländern.

Die Presse v. 12.5.05


Baby versteigert

Seit drei Monaten sucht ein belgisches Paar verzweifelt das Baby, das sie zur Zeugung und zum Austragen unvorsichtigerweise einer unseriösen Leihmutter anvertraut hatten. Kurz vor dem Ende der Schwangerschaft hatte diese ihren Auftraggebern mitgeteilt, das Kind sei gestorben, um es mit Gewinn “schlüsselfertig" an ein unfruchtbares holländisches Paar zu verkaufen. (...) Im 7. Schwangerschaftsmonat hat sich An Blomme via Internet auf die Suche nach meistbietenden Adoptiveltern gemacht. Es meldete sich ein homosexuelles Paar aus Belgien. Dieses zog sich rasch zurück, nachdem es die Geldgier der Verkäuferin merkte. Zuletzt ist es ein holländisches Paar, das die Versteigerung bei einem Preis von 15.000 Euro gewinnt.

Le Figaro v. 25.5.05


Sicher nur eine der abstrusen Unmenschlichkeiten, die sich im Gefolge der technikunterstützten Fortpflanzung ergeben. Heutige Technik eröffnet jedenfalls ungeahnte Möglichkeiten des Mißbrauchs:

Konsekrierte Hostie versteigert

US-amerikanische katholische Gruppen rufen zu einem Boykott der Internet-Tauschbörse Ebay auf. Auslöser der Kampagne ist, daß Ebay kürzlich eine angeblich von Johannes Paul II. konsekrierte Hostie zur Versteigerung zuließ. William Donohue, Präsident der “Catholic League for Civil and Religious Rights", erklärte, es sei eine Beleidigung für 63 Millionen Katholiken in den USA und rund 1,1 Milliarden weltweit, wenn eine konsekrierte Hostie online zum Verkauf angeboten werde. “Wir erwarten nicht, daß Nicht-Katholiken unsere Ansichten teilen, aber wir erwarten, daß sie Respekt vor unseren Gefühlen haben." Ein Sprecher von Ebay kontert: “Wir werden unsere Position nicht ändern. Die Menschen sind frei, das zu tun, was sie wollen." Die Gruppen, die für einen Ebay-Boykott sind, haben eine eigene Website eröffnet: www.boycottebay.org.

kath.net v. 29.4.05


Gepushter Wertewandel

In Frankreich setzt der Staat seit 30 Jahren seine Bemühungen fort, die Abtreibungsgesetzgebung zu rechtfertigen, was a contrario beweist, daß es noch nicht gelungen ist, die Gewissen vollständig einzuschläfern. Das liegt allerdings durchaus nicht an mangelnden Bemühungen des staatlichen Unterrichtswesens. Beweis dafür das Matura-Thema: “Mithilfe des Dokuments (ein Artikel von Le Monde) erarbeite die Argumente, die für Abtreibung in Frankreich sprechen." Man kann sich gut vorstellen, welche Note ein Kandidat riskieren würde, wenn er unvorsichtigerweise die Hypothese vertritt, daß es Argumente gegen die Abtreibung gibt. Die Verteidigung des Lebens - eine Themenverfehlung!

Die “Homo-Ehe" hingegen - obwohl in Frankreich noch illegal - steht auf der Tagesordnung, die ja bewußt gestaltet wird. Als nämlich Aktivisten von “Act Up" am Sonntag, den 5. Juni, in Notre Dame de Paris eingedrungen sind, um dort die “Hochzeit" von zwei Lesben zu feiern, waren France 3 und France Inter, also der öffentliche Rundfunk, mit von der Partie! Den Staat trifft bei dieser Entweihung, die von Gewalttätigkeit gegen den Rektor der Kathedrale begleitet war, eine doppelte Verantwortung, weil Act Up zu jenen Vereinigungen zählt, die öffentliche Subventionen erhalten.

Famille Chrétienne v. 18.-24.6.05


Diese Beispiele zeigen, wie wenig weltanschaulich neutral die westlichen Demokratien sind. Sie verordnen mit mehr oder weniger sanfter Gewalt eine Welt, wie sie Orwell und Huxley beschrieben haben.

Homosexualität ist therapierbar

Die Therapie einer homosexuellen Orientierung ist prinzipiell möglich und sollte von Psychiatern angeboten werden, wenn der Patient es wünscht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Psychiaters Robert Spitzer, Professor für Psychiatrie an der Columbia Universität und Leiter des Forschungsbereichs Biometrie am New York State Psychiatric Institute (USA).

Die Studie erregte in amerikanischen Forscherkreisen großes Aufsehen, weil Spitzer sich in den 70er Jahren federführend dafür eingesetzt hatte, Homosexualität aus den wissenschaftlichen Lexika für Geisteskrankheiten zu streichen. Den Sinneswandel begründet Spitzer mit den authentischen und glaubwürdigen Berichten, die ehemalige Homosexuelle ihm geliefert hätten. Für die Studie wurden 200 repräsentative ausgewählte, ehemalige Homosexuelle - 143 Männer und 57 Frauen - jeweils 45 Minuten telefonisch befragt. Am meisten überzeugte Spitzer, daß die Mehrzahl der ehemaligen Homosexuellen den Prozeß des Ausstiegs nicht als einfach darstelle. Lediglich 11 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen behaupteten, nicht mal mehr gelegentlich homosexuelle Gedanken zu haben. Dennoch hätte es keine Anzeichen dafür gegeben, daß eine Therapie der homosexuellen Orientierung den Patienten einen seelischen Schaden zugefügt habe. Im Gegenteil, die Befragten berichteten, auch anderweitig Vorteile durch die Therapie gehabt zu haben. So sei die Anfälligkeit für Depressionen deutlich geringer geworden. 43 der Männer und 47 Prozent der Frauen gaben an, während ihrer homosexuellen Phase “auffallend\" oder “extrem\" depressiv gewesen zu sein. Nach der Therapie waren es nur noch 1 Prozent der Männer und 4 Prozent der Frauen. Eine Steigerung der Lebensqualität bedeute auch die Zunahme nicht-sexueller Freundschaften zu Menschen gleichen Geschlechts, sowie die positivere Wahrnehmung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

idea v. 17.4.05


Solche Erkenntnisse passen nicht in das gängige Weltbild. Sie werden daher nicht in auflagenstarken Medien transportiert. Ähnliches gilt für die beiden folgenden Tatsachen:

Erfolg mit Enthaltsamkeit und Treue

Das “Population Research Institute" (PRI) an der Penn State University hat festgestellt, daß die katholische Kirche eine wesentliche Rolle in der Eindämmung der Aids-Epidemie in Afrika gespielt hat. (...) Steven W. Mosher, Präsident des PRI erklärt: “Kein einziges Land, das sich auf die Kondome verlassen hat, um die Epidemie zu bewältigen, konnte die Zahl an HIV-Infektionen erfolgreich reduzieren. Im Gegenteil: Jene Länder, die am meisten Kondome verteilten, haben auch die höchste Rate an HIV-Infektionen." (Kirche heute 6/2004) Man sollte sich auch die erfolgreiche Aids-Bekämpfung in Uganda vor Augen führen, die dort seit etwa 15 Jahren ebenso mit Erziehung zu Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue in der Ehe arbeitet. Heute sind nur mehr 6,2 Prozent der Einwohner Ugandas im Alter von 15 bis 49 Jahren HIV-positiv, in den frühen neunziger Jahren waren es über 15 Prozent.

Die Tagespost v. 14.5.05


Vorsicht bei der Pränataldiagnostik

Die Fruchtwasserpunktion durch die Bauchdecke ist die am häufigsten durchgeführte invasive Pränataldiagnostik. Sie wird allen Frauen ab 35 empfohlen und ab der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Allerdings ist das Risiko, durch den Eingriff eine Fehlgeburt oder eine Infektion zu erleiden, nicht gering: auch bei geübten Ärzten 0,5 - 1%. Das muß beispielsweise im Zusammenhang mit dem altersbedingten Risiko, ein chromosomal krankes Kind zu bekommen, gesehen werden. Eine 35jährige Frau hat eine 99,7%ige Wahrscheinlichkeit, ein Kind ohne Trisomie 21 zu bekommen. Das Risiko für eine Schwangerschaftskomplikation und sogar einen Abortus durch die Untersuchung ist 3,8x so groß wie das altersbedingte Risiko einer chromosomalen Störung.

Imabe-Info 2/05


Viele junge US-Priester

Die während der Amtszeit von Papst Johannes Paul geweihten Priester machen heute ungefähr 32 Prozent der insgesamt 43.600 katholischen Priester der USA aus. Nach dem Massenexodus von Priestern, Ordensleuten und Seminaristen während des Pontifikats von Paul VI. war die Zahl der Seminaristen in Amerika dramatisch zurückgegangen. Seit 1988 verzeichneten die Seminare jedoch wieder einen stetigen Anstieg der Priesteramtsanwärter.

Dieser Aufwärtstrend betrifft jedoch nicht alle Regionen.

(...) Die meisten Soziologen, die sich heute mit dem Priestertum in Amerika befassen, bestätigen, daß es einen engen Zusammenhang zu geben scheint zwischen der strengen katholischen Orthodoxie, der Leitungsrolle eines Bischofs und der Zahl der Seminaristen. Dies scheint auch die Tatsache zu bestätigen, daß es keinem einzigen der als liberal geltenden Bischöfe in den USA gelungen ist, eine bedeutende Anzahl an Priesterkandidaten anzuziehen. Dagegen ziehen jene Bischöfe, die eine starke Führungspersönlichkeit aufweisen und die sehr klar ihre Verpflichtung gegenüber der katholischen Orthodoxie zum Ausdruck bringen, eine große Anzahl von Seminaristen an. Dies gilt zum Beispiel für den Erzbischof John Myers von Newark und den Erzbischof Charles Chaput von Denver.

Untersuchungen der jüngeren Generation von Priestern haben einige interessante Fakten zutage gebracht. Erstens schienen sie über eine bessere Ausbildung zu verfügen als die ältere Priestergeneration. Die meisten von ihnen haben an weltlichen Universitäten studiert und dort beeindruckende Abschlüsse erworben, ehe sie in das Seminar eingetreten sind. Mit anderen Worten, sie könnten als erfolgreiche Laien arbeiten, haben aber einen anderen Weg gewählt. Zweitens haben viele eine Art Bekehrung erfahren, von einem eher symbolischen Katholizismus ... zu einem äußerst intensiven spirituellen Leben.

Die Tagespost v. 14.5.05


Anregung und Hoffnungszeichen für die Kirche - vor allem im deutschsprachigen Raum. Auch hier wird es zu einer Glaubenserneuerung kommen. Die bevorstehenden Weltjugendtage wird sicher einen Impuls dazu geben:

Für einen unverschämten Glauben

Sind Sie mit den Anmeldungen zum Weltjugendtag zufrieden?

Kardinal Joachim Meisner: Bis jetzt haben sich schon über 350 000 Teilnehmer angemeldet, ein Drittel mehr als zur gleichen Zeit beim Weltjugendtag 2000 in Rom. Wir hatten mit 4000 Priestern gerechnet, es werden aber wohl 6000. Wir haben mit 500 Bischöfen gerechnet, jetzt kommen 700. Ich habe gerade 100 Mitren nachbestellt. Das Erzbistum Köln hat in der Weltkirche einen sehr guten Namen. (...) Daß die Teilnehmerzahl bei den Tagen der Begegnung in den Diözesen nicht ganz so hoch ist, hängt damit zusammen, daß sich viele Jugendliche im Frühjahr auf den Weg nach Rom gemacht haben, um den verstorbenen Papst noch einmal zu sehen.

Was erwarten Sie vom Weltjugendtag?

Meisner: Papst Johannes Paul II. hat mich 1997 in Paris gefragt, ob dieser Weltjugendtag in Köln möglich wäre. Ich habe gesagt: Heiliger Vater, kommen Sie. Aber warum wollen Sie nach Köln? Und da hat er geantwortet: Nachdem im 20. Jahrhundert die beiden großen Weltkatastrophen von Deutschland ausgegangen sind, möchte ich, daß im 21. Jahrhundert von Köln eine große positive Bewegung für ganz Europa ausgeht. Da kommt dieser alte Mann aus Polen, der das deutsche Regime am eigenen Leib erfahren hat, und sagt so etwas. Das ist wirklich Feindesliebe.

Wie könnte dieser Impuls aussehen?

Meisner: Daß wir aus unserer Depression rauskommen. Daß aus einem verschämten ein unverschämter Glaube wird. Wenn es junge Leute gibt, die das Format etwa einer Mutter Teresa haben, dann können sie auf Weltjugendtagen ihrer Berufung inne werden. Das Fruchtbarste, was auf Weltjugendtagen passiert, vollzieht sich in den Beichtstühlen. Nirgendwo wird so viel und so intensiv gebeichtet. Ich hatte mal einen Beichtmarathon von sechs Uhr früh bis 18 Uhr. Da öffnen sich die Herzen.

Kölnische Rundschau v. 2.7.05

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