VISION 20001/2007
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Gib mir Deine Freude!

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Beruflich war ich ja oft mit belasteten Menschen konfrontiert und bekomme in der Begegnung mit ihnen einiges aufgeladen. Dann passiert es immer wieder, daß ich von dieser Last müde werde. Nur allzu leicht stellt sich Freudlosigkeit ein, eine Bedrückung, eine gewisse innere Dunkelheit. In solchen Situationen haben mir die Worte aus den Abschiedsreden im Johannes-Evangelium sehr geholfen. Besonders stark berührte mich immer, daß Jesus - schließlich wußte Er, daß Er in wenigen Stunden verhaftet werden würde - so oft von der Freude spricht: “Dies habe ich gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird." (Joh 15,11)

Im Laufe der Zeit wurde mir bewußt: Jesus brennt förmlich darauf, uns Seine Freude zu schenken. Und daher ist es naheliegend, Ihn um diese Freude zu bitten. Sobald wir Ihn nämlich darum bitten, öffnen wir unser Inneres und Jesu Freude kann in uns einziehen.

Daher ist es mir, wann immer ich bedrückt bin, zur selbstverständlichen Gewohnheit geworden, Jesus zu bitten: “Herr, gib mir Deine Freude!" Und ich kann bezeugen: Er gibt diese Freude immer - und zwar auf der Stelle. In solchen Situationen habe ich fast den Eindruck, Jesus wartet nur darauf, daß Er mich mit Seiner Freude beschenken kann.

Und das Besondere an dieser Freude ist: Sie birgt eine enorme Lebenskraft in sich, eine Kraft, die durch Schatten einfach nicht zu vertreiben ist. Durch diese Freude schmilzt die Traurigkeit weg wie der Schnee in der Frühlingssonne. Die innere Beglückung, die da ausgelöst wird, läßt sich schwer beschreiben. Jesus wird in mir gegenwärtig. Er läßt mich in der Not, die mich bedrückt, nicht allein. Vielmehr kommt er mit Seiner Freude in meine menschliche Not.

Maria Loley

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