VISION 20001/2007
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Pressesplitter

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Sex zum Spaß - IVF für Kinder

Das ist der Titel eines Artikels in einem Wissenschaftsmagazin über die Perspektiven der künstlichen Befruchtung. Einige Auszüge aus dem Text:

Weltweit wird eines von 16 Kindern aufgrund eines genetischen Defekts mit einem geistigen oder körperlichen Defekt geboren. Die meisten von uns haben wahrscheinlich Genkonstellationen, die schwere Erkrankungen im späteren Leben begünstigen. Um wieviel sicherer wäre es, in die Fruchtbarkeitsklinik zu gehen, sich einige Embryos schaffen zu lassen und einen oder zwei auszuwählen, welche die gesündesten Babys hervorbringen werden. In vitro Fertilisation ist alltäglich geworden und die besten Kliniken berühmen sich mit Erfolgsraten von 30 Prozent pro Zyklus - besser als die 25 Prozent bei natürlicher Empfängnis. Und wahrscheinlich werden sich die Werte verbessern. (...)

Man stelle sich vor: Sie könnten fast sicher sein, daß Ihr Kind frei von bekannten genetischen Erkrankungen ist! Und nicht nur das, Sie könnten auch das Geschlecht des Babys und vielleicht sogar Aspekte seines Aussehens oder seiner intellektuellen oder physischen Fähigkeiten wählen. Unter diesen Gegebenheiten wären Millionen von Leuten bereit, den Weg der künstlichen Fortpflanzung zu wählen.

New Scientist v. 20.10.06


Aldous Huxleys Schöne neue Welt nicht mehr als ferne Utopie, sondern die Menschenfabrik “ante portas".

Zerstörte Kirchen in Zypern

133 Kirchen, Kapellen und Klöster wurden in den letzten 30 Jahren auf Zypern entweiht oder “umfunktioniert" - zu Ställen, Hotels, Pensionen oder Night Clubs. Das zeigt eine Fotodokumentation, die der zypriotische Präsident Tassos Papdopoulos am 10. November dem Heiligen Vater vorlegte. Sie erzählt vom Wandel der Nutzung hunderter christlicher Kirchen im türkisch besetzten Teil der Insel. 78 Gotteshäuser wurden in Moscheen verwandelt, 28 zu militärischen Zwecken und zur Einrichtung von Krankenhäusern und 13 als Vorratslager benutzt, geht aus der Dokumentation hervor.

Kath.net v. 16.11.06


Wäre zu thematisieren im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Die europäische Politik hätte allen Grund, Papst Benedikt zu unterstützen, der sich als einziger traut, offen das Thema Gewalt und Islam anzusprechen. Welcher Druck da ausgeübt wird, zeigt folgender Artikel:

Fatwa gegen einen Philosophen

Am 18. September hatte Robert Redeker, ein Philosophieprofessor, im “Le Figaro" einen Kommentar verfaßt, der die Reaktion der Islamisten auf die Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. kritisch unter die Lupe nahm. Er kritisierte in dem Artikel die “islamistischen Einschüchterungen", wies darauf hin, daß “der Islam versucht, Europa seine Sicht des Menschen aufzuzwingen" und er verglich schließlich die Überwachung des Westens durch den Islam mit jener durch den Kommunismus. Er illustrierte die “archaische" Gewalttätigkeit im Islam anhand von einigen Riten und am Beispiel des Schicksals der Frauen... Schließlich bezeichnete er Mohammed als “Meister des Hasses".

Nicht nur daß die Behörden in Tunesien und Ägypten den “Le Figaro" beschlagnahmten, wurde gegen Robert Redeker auch eine Fatwa ausgesprochen. Er mußte die Schule, an der er in einem Vorort von Toulouse unterrichtet hatte, verlassen. In einem Brief, den wir mit seiner Erlaubnis veröffentlichen, beschreibt er, wie es ihm seither geht:

“Meine Situation ist katastrophal. Zahlreiche, detaillierte Morddrohungen haben mich erreicht und ich wurde von Organisationen, die Al-Kaida nahestehen verurteilt. Zwar nehmen sich UCLAT (die französische Koordinationsstelle des Antiterror-Kampfes) und DST (die Geheimdienststelle des französischen Innenminsteriums) der Sache an ..., aber ich darf nicht mehr zu Hause wohnen (die Homepages, die mich zum Tode verurteilen, geben den Lageplan meines Hauses an. Damit man mich umbringen kann, sind Fotos von mir und den Orten, an denen ich arbeite, abgebildet, meine Telephonnummern angegeben - und die Abschrift meines Urteils) ...

Famille Chrétienne v. 7.-13.11.06


Wahrsager liegen wieder falsch

Eine Schlappe für Hellseher, Wahrsager und Sterndeuter: Sie lagen mit ihren Prognosen für 2006 wie auch in früheren Jahren fast durchwegs daneben. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung von Parawissenschaften wertete 150 Prognosen von knapp 50 vermeintlichen Wahrsagern aus.

(...) Große Erdbeben in Kalifornien, wie sie der Amerikaner James Kingsley für den 25. Januar angekündigt hatte und der Astrologe Martin Schmid im Juni für möglich hielt, blieben aus. Vermutete Terroranschläge in Paris (August) und Madrid (September) blieben ebenso aus wie Attentate auf George W. Bush, Wladimir Putin und Angela Merkel.

Wie in jedem Jahr lagen professionelle Schwarzseher mit ihren Vorhersagen ebenfalls daneben. Anders als Autor Michael Drosnin in dem Buch Bibelcode II meinte, endete die Welt nicht im “atomaren Holocaust", und es stürzte auch kein Riesenasteroid ab, wie es Eric Julien und Annie Stanton aus den Sternen lasen.

kath.net v. 29.12.06

Diese Bilanz wird das Geschäft der Wahrsager allerdings auch heuer kaum stören.


Kinder, nein danke

Es ist eine wahrhaft traurige Bilanz für Österreich: Neueste Daten des Eurobarometers 2006 zeigen, daß österreichische Frauen und Männer die niedrigsten Kinderwünsche in Europa haben. Besonders bei den jüngeren Männern sagen mehr als ein Drittel, daß sie gar keine Kinder wollen. Bei einer Pressekonferenz des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Forums “Nachhaltiges Österreich" wurden ... die Ergebnisse präsentiert. Lag vor zehn bis 15 Jahren die persönlich als ideal angesehene Kinderzahl noch bei über zwei Kindern, so beträgt sie heute im Durchschnitt nur noch 1,6 Kinder. Diese Daten können Vorzeichen einer weiteren deutlichen Abnahme der Geburtenzahl in Österreich sein.

Kath.net v. 20.12.06


Man fragt sich, wann die Politik endlich den Ernst der Lage erkennt und angemessen reagiert. Bei den Koalitionsverhandlungen in Österreich ist Familie jedenfalls kein Thema. Und was Wien für Kinder tun will, ist haarsträubend:

Pflegekinder zu Homo-Paaren

Um dem Mangel an Pflegeeltern zu begegnen, will die zuständige Magistratsabteilung (MA 11) in einer Werbeaktion auch homosexuelle (lesbische und schwule) Paare dafür gewinnen, Pflegekinder zu betreuen. Vor allem bei der FPÖ stößt dies auf erbitterten Protest. Parteichef Heinz-Christian Strache kündigte an, eine entsprechende Gegenkampagne zu inszenieren, sollte die zuständige Magistratsabteilung 11 nicht von ihrem “wahnwitzigen Modell" abrücken. Die ÖVP dagegen kann sich dies nach den Worten ihrer Sozialsprecherin Ingrid Korosec “durchaus vorstellen". (...) Bereits jetzt gebe es einige wenige homosexuelle Lebensgemeinschaften in Wien, die Pflegekinder bei sich aufgenommen hätten, so Daniela Attwood von der MA 11. Mit der neuen Kampagne wolle man hier ein Signal setzen und deren Zahl ebenso wie die der Alleinerziehenden deutlich steigern.

Die Presse v. 4.11.06


Welche ideologische Fixierung! Dabei liegt auf der Hand, was Kinder brauchen:

Kleine Kinder brauchen uns

So der Titel des neusten Buches der schwedischen Autorin Anna Wahlgren. Im folgenden ein Auszug aus einem Interview, das sie vor kurzem gab:

In Schweden bekommt eine Frau im Durchschnitt 1,7 Kinder, in Deutschland 1,3. Ist Schweden ein kinderfreundliches Land?

Anna Wahlgren: Nein. In Schweden ist es nur leichter, sein Kind loszuwerden. Doch mittlerweile gibt es Kinderkrippen, in denen zwei Erzieherinnen für 20 Einjährige zuständig sind. Das muß man sich mal vorstellen! Manche Kinder können noch nicht selber essen, fast alle tragen Windeln. Das geht allein schon praktisch nicht, von der emotionalen Seite ganz zu schweigen. Sie sehen: Der schwedische Wohlfahrtsstaat taugt nicht als Modell, denn Kinder und Alte werden beiseite geschoben - und es geht ihnen schlecht dabei. Das ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Gründe, warum wir uns für eine neue Regierung entschieden haben.

Was empfehlen Sie Eltern von kleinen Kindern?

Wahlgren: Jedenfalls keine institutionelle Betreuung von unter Dreijährigen. Ich sage jungen Eltern: Rettet wenigstens die ersten drei Jahre! Einer sollte mit den Kindern zu Hause leben und wirtschaften, egal ob der Vater oder die Mutter. Ich habe keines meiner neun Kinder in eine Kinderkrippe gegeben, weil ich bei ihnen sein und von ihnen lernen wollte. Natürlich ist das Leben in Schweden teuer, und viele Familien meinen, daß sie zwei Gehälter brauchen. Aber es ist auch möglich, in der Zeit, in der die Kinder klein sind, Prioritäten zugunsten der Kleinsten zu setzen und den Lebensstandard zu senken. Frisch verliebte Erwachsene können auf einigen Wohlstand verzichten und dennoch sehr glücklich sein. Warum sollten wir das nicht auch aus Respekt vor den Grundbedürfnissen unserer Kinder können?

(...)

Berufstätige Mütter sagen, nicht die Quantität der mit den Kindern verbrachten Zeit sei entscheidend, sondern deren Qualität. Teilen Sie diese Ansicht?

Wahlgren: Nein, absolut nicht. Stellen Sie sich vor, sie hätten sich in einen verheirateten Mann verliebt. Der hat immer wenig Zeit, weil er noch Zeit für die Arbeit und für seine Familie braucht. Ihr Wunsch, auch den Alltag mit ihm zu teilen, wird immer größer. Der Mann sagt “Schatz, es kommt doch auf die Qualität an, nicht auf die Quantität. Ich habe jetzt dreißig Minuten Zeit und möchte mit dir schlafen." Wären Sie damit zufrieden? Kinder fühlen in dieser Hinsicht genauso wie Erwachsene: Sie wollen den Alltag mit uns teilen, nicht nur besondere Augenblicke.

FAZ v. 17.10.06


Zum weitersagen: Schweden ist kein Vorbild in Sachen Kinderbetreuung, wie uns gern vorgemacht wird.

Gewaltepidemie

Die Diskussion, inwieweit durch Medien und Videospiele in unserer Gesellschaft eine “Kultur der Gewalt" entsteht und ob insbesondere Videospiele mit gewalttätigen Inhalten Jugendliche regelrecht “süchtig" machen, ist nach den Massakern von Littleton und Erfurt kurz aufgeflammt, dann aber schnell wieder verebbt. So schnell, daß der Verdacht zumindest naheliegt, daß das Thema auch deshalb weithin tabu ist, weil die Medienindustrie selbst es aus der öffentlichen Diskussion heraushalten möchte. Diesen Verdacht nährt jedenfalls eine Streitschrift, die der US-Militärpsychologe David Grossman, der an der West Point Academy lehrte, und die Erziehungsberaterin Gloria DeGaetano gemeinsam vorgelegt haben. Darin rufen sie Eltern dazu auf, den Fernseher als preiswerten Babysitter aus den Kinderzimmern zu verbannen und auch nicht mehr tatenlos zuzusehen, wenn ihre Kids der Faszination von “gewalttätigen" Videospielen unterliegen.

Die Autoren zeigen auf, wie diese Videospiele entstanden sind, deren Faszination sich kaum noch ein Kind entziehen könne: Sie basierten auf Schulungsprogrammen, die entwickelt worden seien, um Soldaten die Tötungshemmung zu nehmen, sie also systematisch zu desensibilisieren und zu konditionieren. Es sei zwar einsichtig, daß Militärangehörige an solchen “Tötungssimulatoren" lernen müßten - aber eben auch hochgradig unverantwortlich, Kindern derlei Spiele zu erlauben. Bestimmte Spiele brächten “Kindern das Töten bei, ähnlich wie die Astronauten der Apollo-11-Mission lernten, zum Mond zu fliegen, ohne jemals den Boden zu verlassen".

Kaum minder verheerend ist aus der Sicht der Verfasser der Einfluß des Fernsehens: In den neunziger Jahren seien von einem Forschungsinstitut allein im TV-Programm von Washington DC an einem einzigen Tag 1846 gewaltverherrlichende Szenen gezählt worden - die meisten davon “äußerst erschreckend, zusammenhanglos" und ohne die “soziale Akzeptanz" der Gewaltanwendung zu beurteilen. 40 Prozent der Gewaltakte im US-Fernsehen würden von “attraktiven" Rollenträgern verübt, die somit fürs Publikum als Identifikationsfiguren taugen; ein weiteres Drittel gehe auf das Konto “böser Figuren", die “nie bestraft" würden.

Gewaltdarstellungen wirken laut den Autoren wie eine “süchtig machende Droge": Je mehr man davon nimmt, desto stärker müsse die nächste Dosis sein.

Universita della Svizzera Italiana, Fakultät d. Kommunikationswissenschaften, European Journalism Observatory:

www.ejo.ch/analysis/mediaeffects/Gewalt.html

Eigentlich eh klar. Aber vielleicht überzeugender, wenn es ein “Trainer des Tötens" sagt.


Die wesentlichen Fragen ansprechen

Was ich mir von der Kirche, von den Kirchen wünsche, ist die klare Unterscheidung zwischen letzten und vorletzten Fragen. Alle Politik gehört, so wichtig sie ist, zu den vorletzten Fragen. Die letzten Fragen, vor die jeder Mensch unvertretbar selber gestellt wird, die Fragen nach dem Sinn seines Daseins, nach dem Sinn seines Lebens und Sterbens, werde von keiner Politik aufgehoben. Diese Fragen wachzuhalten und in diesen Fragen die Menschen nicht allein zu lassen, darauf kommt es heute vielleicht am allermeisten an. Hier besonders erwarte ich die Stimme der Kirche - und ihre Stimme sollte in diesen entscheidenden Fragen nicht leiser sein als in ihren Äußerungen zur Politik.

Horst Köhler, deutscher Bundespräsident, auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland am 5.11.06, zitiert in Die Tagespost v. 7.11.06

Eine Klarstellung über das “Kerngeschäft" der Kirche.

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