VISION 20005/2011
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Auf dem Weg mit dem Kreuz kamen mir plötzlich die Tränen

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Bewegend! Bewegend! Bewegend! Die „Fazenda da Esperanca“ (eine Gemeinschaft in Brasilien, die sich drogen- und alkoholabhängiger Menschen annimmt, Anm.) ist eingeladen, das Kreuz der Weltjugendtage beim offiziellen Kreuzweg von einer Station zur anderen zu tragen. Bischof Don Dino ist dazu aus Brasilien angereist. Bis wir alle die notwendigen Akkreditierungen und die Ausweise, um in den Sicherheitsbereich hineinzukommen, haben, vergeht viel Zeit – unter stechendem Stern.
Aber dann stehen wir an der Station, wo Jesus das Kreuz aufgebürdet wird und wir sind eingeladen, es bis zur nächsten Station, an der Jesus zum ersten Mal fällt, zu tragen. Es kommt der Augenblick, als uns das Kreuz übergeben wird. Wir wissen, es sind Millionen, die uns in diesen Augenblicken begleiten, hier in Madrid und ebenso an den Fernsehschirmen. Zugleich ist dieser Augenblick so intensiv, dass wir die Vielen gar nicht sehen. Im Gegenteil. Es ist ein Geschehen zwischen jedem einzelnen von uns und Jesus.
Einige von uns weinen vor Rührung. Joa, aus Brasilien zu den WJT gekommen, erzählt mir später: „Ich war so tief berührt, dass ich einfach fast nur geweint habe. Vor zwei Jahren war ich noch in den Fängen der Droge. Mein Leben war verpfuscht. Jetzt bin ich durch die Liebe Jesu auf der Fazenda frei geworden! Er hat für mich gelitten, einfach aus Liebe und diese total persönliche Liebe habe ich heute besonders gespürt.
Auch mir persönlich kamen auf dem Weg mit dem Kreuz die Tränen. Ich dachte an viele Menschen, die ich im Herzen mit nach Madrid gebracht hatte. Ich dachte an meinen kranken Vater, an so viele ungelöste Situationen, die mir Menschen anvertraut hatten. Ich dachte an Aufbrüche, die ich im Herzen trug und Jesus anvertraute. Und ich hatte so viele junge Menschen im Herzen, die begonnen hatten, sich dem Evangelium zu öffnen, ebenso aber auch an so viele, die verfangen waren in den Dingen dieser Welt, in ihren eigenen Träumen…
Es war, als spürte ich die Liebe, die Jesus zu einem jeden hatte, und als spürte ich ebenfalls den Schmerz, den jede Sünde von einem jeden einzelnen von uns IHM, dem liebenden Gott, zufügt. Dieser Schmerz ging mir mehr als jemals zuvor unter die Haut.

Meinolf Wacker
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