VISION 20006/2021
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Liebe Leser

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Vor ziemlich genau 33 Jahren haben wir die erste Ausgabe der Zeitschrift fertiggestellt – ein aufregendes Abenteuer damals, in den Uranfängen der Nutzung von Computern im Medienbereich. Ich denke, Vision2000 war eine der ersten Zeitschriften, die auf dem Bildschirm entstand – zumindest in Österreich.
Und wie groß war die Aufbruchstimmung, die uns damals trug! Wir hatten in der ersten Ausgabe die vier Tage des 12. Internationalen Familienkongresses dokumentiert: ein Fest des Glaubens und der Freude über die wertvollen Wegweisungen der Kirche – gerade auch für unsere Tage. Was wir erfahren hatten, wollten wir in die Welt tragen. Ohne besondere Mittel, ohne besondere Erfahrung, wie man Medien vermarktet, ohne finanziellen Rückhalt machten wir uns auf. Und der Herr hat das Werk gesegnet. Und unsere Leser haben das Projekt durch Gebet, Spenden und Weiterempfehlung durchgetragen. Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die mitgeholfen haben.
Bei diesem Rückblick fiel mir auf, wie sehr sich die Welt seit 1988 verändert hat. Damals gab es keine Handys, der Eiserne Vorhang teilte Europa noch in zwei Teile, in keinem Haushalt ein PC, kein Internet, kein Facebook, kein Amazon – aber viel Aufbruchstimmung. Papst Johannes Paul II. hatte den Gläubigen wieder Mut gemacht, von Marienerscheinungen in Medjugorje wurde berichtet, viele kamen verändert und im Glauben gestärkt von dort heim.
Damals dachten wir, die Welt würde aufmerksam werden, sich von der Aufbruchstimmung anstecken lassen, umso mehr als der Eiserne Vorhang dann fiel, Europa zusammenfand, wobei der polnische Papst, das Opfer und der Einsatz der Christen im Osten wesentlich zu diesem „Wunder“ beigetragen hatten.
Und heute? Wie sehr hat sich die Stimmung gewandelt! Zwar ist der materielle Wohlstand gewachsen, wir sind weltweit vernetzt, stehen Tag und Nacht im Banne der Medien – und dennoch: Seit 1,5 Jahren herrscht Angst vor der Pandemie, kennen die Medien nur ein Thema, halten uns mit Alarmmeldungen in Atem, setzen Regierungen die Grundrechte außer Kraft, spalten das Volk, in dem sie Gut („geimpft“) und Böse (nicht „geimpft“) unterschiedlich behandeln. Österreichs Ministerin Elisabeth Köstinger im O-Ton: „Die Zeit der Solidarität mit jenen, die sich aus fadenscheinigen Gründen nicht impfen lassen wollen, ist abgelaufen.“
Auf diesem veränderten Hintergrund haben wir die neue Ausgabe gestaltet. Wir fragen nach den Zeichen der Zeit. Ohne uns auf eine Corona-Debatte einzulassen, wollen wir das geistige Umfeld, das uns umgibt, ausloten und daraus Lehren ziehen. Das Ergebnis: Wir haben eine neue Hinwendung zum Herrn so nötig wie schon lange nicht. Es wäre höchste Zeit für einen Gebetssturm, täglich einen Rosenkranz, damit der Herr uns Einheit und Frieden schenke.
Im Namen aller Mitarbeiter, wünsche ich Ihnen, liebe Leser, reichen Segen für die kommende Advent- und Weihnachtszeit.

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