VISION 20001/2015
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Keine Angst vor dem Tod

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Nach Ihrem Krebsleiden, haben Sie jetzt als 82-Jähriger Angst vor dem Tod?
P. Daniel Ange: Mit der Gnade Gottes versuche ich, wirklich jeden Tag bereit zu sein. Täglich bete ich beim Aufstehen: „Willst Du mich heimrufen, so nimm mich!“ Man kann ja so leicht sterben: ein Autounfall, ein Schlaganfall, Krebs… Dank dieser Erfahrung habe ich gelernt, die Angst aller Kranken besser zu verstehen. Aber ich durfte auch den Frieden erfahren, der es ermöglicht, die Prüfung zu bestehen: den Frieden der Hingabe. Und abends bete ich: „Herr, solltest Du mich heute Nacht holen – sei willkommen. Vergebung und Dank. Bis bald.“ Keine Frage, ich würde lieber als Zeuge für Jesus sterben als bei einem Autounfall…

Man hat den Eindruck, dass die Sehnsucht nach dem Himmel bei uns in Frankreich abnimmt…
P. Daniel Ange: Dass der Himmel in Vergessenheit gerät oder abgelehnt wird – also das, was nach dem Tod kommt –, ist der wahre Grund für die Hoffnungslosigkeit der heutigen Welt. Wenn der Tod nichts als der Tod ist, dann erschieß ich mich eben… Was ausharren lässt, ist das Wissen, dass all der Horror vorübergeht; in meinem Leben gibt es keine einzige immerwährende Prüfung. Früher oder später ist da der Himmel, in dem es weder Leiden noch das geringste Übel gibt; es ist der vollkommene Sieg der Liebe über den Hass, des Lebens über den Tod. Vor uns liegt eine sagenhafte Zukunft! Ist der Tod jedoch eine Betonwand, die diesen Horizont verdeckt, zerschellst du früher oder später an ihr. Es ist, als ginge man durch eine große Stadt und schaute nur auf seine Füße, auf den Asphalt, ohne den Himmel voller Sternen zu sehen.

P. Daniel Ange ist Gründer der Evangelisationsschule Jeunesse Lumière. Interview mit Luc Adrian & Samuel Pruvot in Famille Chrétienne v. 21.10.14

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