VISION 20001/2015
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Kein Fluch, sondern eine große Gnade

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P. James Manjackal, ein leidenschaftlicher Missionar, erkrankte nach einer Mis­sionsreise im islamischen Raum 2012 schwer: um sich greifende Lähmung, künstliches Koma, vier Monate am Beatmungsgerät, neun Mo­na­te in Spitälern, weiterhin im Rollstuhl. P. James weiß, wovon er redet, wenn er über den Sinn des Leidens spricht.

Leiden ist ein Geschenk Gottes! Wir dürfen niemals denken, dass Leiden ein Fluch ist, sondern eine große Gnade. Heutzutage wollen Menschen nicht leiden, weil sie ihren Glauben verloren haben. Nur jemand, der an den gekreuzigten Herrn Jesus glaubt, kann den Sinn des Leidens verstehen. Wir müssen uns freuen, nicht nur wenn etwas Gutes in unserem Leben passiert, sondern auch wenn schlimme Dinge auf uns hereinbrechen. Der heilige Paulus, der viel Leiden um Christi willen auf sich genommen hat, sagt uns: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freuet euch!“ (Phil 4,4) Diese Worte geben mir viel Kraft in meinen Leiden.
Jesus ist der Weg. Jesus wählte den Weg zum Kreuz; wir müssen ihm folgen. Christus betete; auch wir müssen beten. Christus verkündete; auch wir müssen verkünden. Er hat gute Werke vollbracht; auch wir müssen gute Werke vollbringen. Jesus war heilig; auch wir müssen nach Heiligkeit streben. Jesus hat gelitten; auch wir müssen, wie Er, leiden. Viele Menschen lieben Christus als mächtigen und glorreichen Herrn, aber nur wenige lieben Ihn als den Gekreuzigten. Viele sind fasziniert von seinen Wunderheilungen und Segnungen, aber nur wenige fühlen sich durch das Leiden Christi angezogen. Es gibt jedoch keine Krone ohne Dornen.
Die Christen sollten das Kreuz lieben. Jesus sagt: „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir.“ Wenn wir unser Kreuz mit dem Kreuz Christi aufnehmen, dann wird unseres leicht. In all unseren Leiden ist Jesus mit uns und sagt: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“ (2. Kor 12,9)
Daher darfst du nie allein leiden, sondern leide mit Christus. Wenn wir leiden müssen, dann müssen wir die Wunden Jesu betrachten, und spüren, wie Kraft aus seinen Wunden kommt.
Viele Heilige litten in Vereinigung mit den Leiden Christi, wie Pater Pio, Marthe Robin … Und natürlich über allen die selige Jungfrau Maria, unsere Mutter, ist ein großes Beispiel (…) Darum, wenn du leidest, bete zu unserer Mutter Maria um mehr Mut. Während meiner Krankheit, fühlte ich immer die Präsenz und die mütterliche Zuneigung unserer heiligen Mutter Maria; ich habe mich oft wie ein Kind auf ihrem Schoß sitzend gefunden …
Auszug aus einem Interview mit Gisèle Bomal in Chrétiens Magazine

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