VISION 20003/2019
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Die vorherrschende politische Korrektheit kennt keine Nachsicht

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Wohin man schaut, überall verstärkt sich der Druck, sich „politisch korrekt“ zu verhalten, sich also dem Zeitgeist zu beugen. Und wo dies nicht freiwillig geschieht, helfen Sanktionen nach. Einige Beispiele:

Wie vorurteilsfrei Professoren an der Universität in Pennsylvania sind, wird neuerdings von deren Studenten beurteilt. Jeder Student bekommt nämlich ein „Monitoring“-Formular, in dem er nicht nur die Qualität des Unterrichts seiner Professoren beurteilen soll, sondern auch der Unvoreingenommenheit, wenn Fragen wie „biologisches Geschlecht, Behinderung, Genderidentität, nationale Herkunft, politische Standpunkte, Rasse/Ethnie, religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung…“ behandelt werden. Somit werden die Studenten zu Wächtern über ihre Professoren, ob diese nicht gegen progressive Dogmen verstoßen. Katholische Standpunkte zu manchen der Themen zu vertreten, wird so zur Gefährdung des Professoren-Jobs.

Fast 50 prominente Persönlichkeiten, darunter viele bekannte Schauspieler, unterzeichneten einen offenen Brief an den Gouverneur von Georgia. Darin drohten sie damit, alles zu unternehmen, damit die Filmindustrie aus diesem US-Bundesstaat in einen „für Frauen sichereren Staat“ übersiedle, sollte der Gouverneur das Gesetz „Living Infants Fairness and Equality Act“, das im Senat beschlossen worden war, unterzeichnen. Dieses erklärt Abtreibungen für illegal, sobald man beim ungeborenen Kind den Herzschlag feststellen kann.

Gegen die von Bischof Reig Pla geleitete Diözese von Alcalà de Henares läuft eine Untersuchung der Stadtverwaltung von Madrid. Ein Journalist hatte vorgegeben, homosexuell zu sein, und ein Familienzentrum um Hilfe gebeten, um von dieser Neigung loszukommen. Bald danach beschuldigte er die Diözese, illegale Kurse zur Heilung von der Homosexualität zu halten und damit gegen das berüchtigte Gesetz „Cifuentes“ zu verstoßen, das solche Tätigkeit untersagt.

2014 hatte Simone Pillon, italienischer Rechtsanwalt und Lega-Politiker, die Indoktrinierung mit Gender-Ideologie in einem Gymnasium von Perugia durch die Homosexuellen-Vereinigung „Omphalos“ angeprangert. Diese klagte daraufhin. Kürzlich erging das Urteil: ein Bußgeld von 1.500€ plus 30.000€ Zahlung an den Verein und dessen Verantwortlichen für die Jugendarbeit, Michel Mommi. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Pillons Kommentar: „Die Wahrheit zu sagen, ist ein revolutionärer Akt, sagte Orwell. Ich werde nicht nachgeben.“

Die Fastfood-Kette „Chick-fil-A“ steht am Pranger. In einem Artikel der New York Times werden 17 andere Schnellrestaurants empfohlen, die sich nicht der Verbreitung von Hass schuldig gemacht hätten, wie es die erwähnte Fastfood-Kette getan habe. Was sei „Chick-fil-A“ vorzuwerfen? Sie habe fast neun Millionen Dollar an Stipendien für Mitglieder einer christlichen Sportorganisation vergeben, in deren Statuten es heißt: „Weder heterosexueller Sex außerhalb der Ehe noch jedwede homosexuelle Betätigung stellen eine für Gott hinnehmbare Lebensweise dar.“ Die New York Times bezeichnet dies als „Anti-LGBTQ“-Standpunkt und als „Hass­verbreitung“.

Mit Bezug auf den Galaterbrief (5,19-21) hatte Israel Folau, ein australischer Star-Rugby-Spieler, auf Instagram geschrieben: „Jene, die in Sünde leben und sich nicht bekehren, werden in der Hölle landen. Jesus Christus liebt euch und schenkt euch Zeit, euch von der Sünde ab- und Ihm zuzuwenden.“ Drei Tage später meldete sich Rugby Australia zu Wort mit der Feststellung: „Der Inhalt der Posts ist inakzeptabel.“ Es verstoße gegen die Werte des Sports und missachte die Mitglieder der Rugby-Gemeinschaft. Folau habe 48 Stunden Zeit, seine Worte zurückzunehmen. Beim derzeitigen Stand der Dinge steht er nicht im Weltmeisterschaftsaufgebot.

Schon 2017 hat Twitter die Nachricht einer Lebensschutzorganisation gelöscht, weil unter ihrem Bild ein Zitat von Mutter Teresa zu lesen war: „Abtreibung ist zutiefst frauenfeindlich. Drei Viertel der Opfer sind Frauen: die Hälfte der Babys und alle Mütter.“                            CG

Ausführlichere Information zu diesen Meldungen findet man in „Die Tagespost“ v. 4.4.19, La Nuova Bussola Quotidiana v. 13.4.19 und LifeSiteNews v. 15.4.19 und kath.net v. 24.4.19

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