VISION 20003/2019
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Die Apokalypse

Artikel drucken Warnung, Hoffnung, Trost (Christoph Hurnaus)

Vielen Lesern von Vision 2000 ist das Buch Father Elijah von Michael O Brien bekannt. In diesem Roman erzählt der kanadische Autor die Geschichte eines jüdischen Holocaust-Überlebenden, der zum Katholizismus konvertiert, Karmeliterpater wird und den Namen Pater Elias annimmt. In seinem nun ins Deutsche übersetzten Buch Die Apokalypse – Warnung, Hoffnung und Trost versucht der Autor, das Buch der Offenbarung für unsere Zeit zu deuten.
In einem Vorwort schreibt O Brien, dass sein Buch nicht den Anspruch erhebt, ein Überlebenshandbuch oder eine Wegbeschreibung durch den Weltuntergang zu sein. Es enthält wenig Theorie, noch weniger Voraussagen, dafür aber viel Nachdenkliches.
Wie die Übersetzerin des Buches Gabriele Kuby einleitend meint, scheint die Wiederkunft Christi und das „Neue Jerusalem“ in einem mythischen Nebel zu verschwimmen, ohne dass sie eine Relevanz für uns Heutige zu haben scheinen. Michael O Brien stellt dagegen die Frage, ob es in unserer gegenwärtigen Zeit Merkmale gibt, die es nie zuvor gegeben hat und die eindeutig apokalyptisch sind.
Der Autor spricht von einem neuen Totalitarismus, der die Komfortzone für Christen immer weiter schwinden lässt, unsere Gesellschaft durchdringt und einem säkularen Messias den Weg bereitet.
Er stützt sich in seiner Analyse auf biblische Befunde und den Katechismus der Katholischen Kirche, der die „Letzte Prüfung der Kirche“ beschreibt und stellt nüchtern fest, dass wir heute genau in diesem Geist des säkularen Messianismus leben, über den der Katechismus so treffend schreibt: „Wie viele Menschen glauben heute, dass der Triumph des Gu­ten über das Böse in der Welt durch soziale Revolution oder soziale Evolution erreicht werden wird?“
Die Erhöhung des Geschöpfes über die Autorität Gottes ist für O Brien ein weiteres Kennzeichen des „Geistes des Antichrist“. Er spricht davon, dass der „spiritus mundi“ unserer Zeit besondere Merkmale aufweist, die nur im Licht der Visionen von Daniel, Jesaja, Ezechiel, Zefania, Maleachi und durch die eschatologischen Passagen im Neuen Testament einsichtig werden. O Brien geht auch auf Aldous Huxleys Roman „Schöne neue Welt“ ein, in der dieser 1931 schrieb, dass sich das Zeitalter einer „Eine-Welt-Regierung“ nähert. In dieser „wissenschaftlichen Diktatur“ werde man viel von „Demokratie und Freiheit“ sprechen, aber ihre eigentliche Substanz ist eine neue Art von nichtgewaltsamem Totalitarismus.
Der Autor zitiert den bekannten deutschen Philosophen Josef Pieper, der darauf hinweist, dass gerade dies die unmenschlichste Form des Totalitarismus ist, den zu überwinden fast unmöglich sei, weil er sich auf scheinbar überzeugende Argumente stützt, die beweisen wollen, dass er nicht das ist, was er in Wirklichkeit ist. Am offensichtlichsten zeigt sich laut O Brien der Geist des Antichrist heute im staatlich legitimierten Mord an ungeborenen Kindern. Die Lauheit der Christen und der politische Pragmatismus der Guten sind Symptome, die diese Kultur des Todes fördern. Der Autor nennt Nationen wie Polen, die Slowakei, Kroatien oder Ungarn als mutige und leuchtende Beispiele dafür, wie man trotz erbarmungsloser internationaler Propaganda gegen diese antichristlichen Programme Widerstand leisten kann.
Das Buch der Offenbarung ist laut O Brien kein schematisches Diagramm oder ein Ablaufplan auf einer rein linearen Zeitachse. Damit widerspricht er Szenarien, die sowohl unter katholischen Gläubigen, aber noch mehr in evangelikalen Kreisen verbreitet werden.
Für den Autor des Buches besteht die wichtigste Gnade der Offenbarung in der Mahnung und Warnung des Herrn an jede Generation, in einem Geist der Wachsamkeit zu leben. Daher sollten auch wir die Augen unseres Herzens und unseres Geistes für das Wesen der Wirklichkeit öffnen. O Brien plädiert dafür, sich davor zu hüten, die eigenen diffusen Ängste auf eine große gefährliche Welt zu projizieren. Er bringt aber auch Zeugnisse von Geistesgrößen wie Gilson, Pieper oder Dawson, die in ihren Betrachtungen den einzigartigen Charakter unserer Zeit hervorheben.
Die Übersetzerin von Die Apokalypse, Gabriele Kuby, zitiert ferner Papst Benedikt XVI., der ihr gegenüber davon sprach, dass die Zerstörung heute wie niemals zuvor in der Geschichte an die tiefste Wurzel des Menschen geht. Fernab jeder Übertreibung und Hysterie lädt uns dieses lesenswerte Buch ein, wachsam zu sein. So warnt Jesus in Matthäus 24, dass die Generation, die am wenigsten wach, am wenigsten fähig ist zu erkennen, was vor sich geht, ja sich vielleicht sogar wohl fühlt und zuversichtlich ist, genau die sein wird, in der sich der Geist des Antichrist vollständig manifestieren wird.

Die Apokalypse – Warnung, Hoffnung, Trost. Von Michael O Brien, Fe-Medienverlag, Preis: 10,30 €



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