VISION 20003/2007
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Die Kinder - was für ein Wunder!

Artikel drucken Jedes Kind ist ein Meisterwerk

Eltern zu sein, ist kein Ruhekissen, jeder weiß das. Die Erziehung ist eine so schwierige Aufgabe, daß man sich leicht von der Herausforderung überfordert fühlen kann. Und die Dinge werden - glaubt man dem Sprichwort - im Laufe der Jahre nicht besser: Kleine Kinder - kleine Sorgen, große Kinder - große Sorgen...

Es stimmt: Unsere Kinder lassen uns einiges anschauen. Aber neben durchwachten Nächten, den Ausbrüchen von Ärger und der düsteren Stimmung an Tagen, an denen alles danebengeht, gibt es so viele kleine und große Freuden, so viele Glücksmomente inmitten der Mühen, so viel Auferstehung nach Stunden der Verzweiflung, so viel Licht am Rand der dunklen Wolken! Was bleibt von all dem Sorgen und Leiden im Angesicht der Liebe, die unsere Elternherzen erfüllt?

Wir schaffen es oft nicht, unseren Kindern zu sagen, wie sehr wir sie lieben. Aber kaum ist eines von ihnen in Gefahr - und schon sind wir zu allem bereit, um ihm beizustehen. Und wenn eines stirbt, dann reißt sein Heimgang in uns eine Wunde auf, die hier auf Erden nie ganz zu schließen sein wird.

Jedes Kind ist ein unersetzbarer Schatz, ein Meisterwerk, dessen Großartigkeit wir hier auf Erden nie in seiner ganzen Fülle erfassen werden können. Als Eltern wird uns die Gnade zuteil, all das Schöne in ihm zu entdecken, alles, was aus ihm eine einmalige, unendlich kostbare Persönlichkeit macht.

Keine Angst also, bestaunen Sie ruhig ihre Kinder: Liebe macht durchaus nicht blind, im Gegenteil! Sie läßt uns tiefer blicken: hinter den äußeren Schein, hinter manche vordergründige Häßlichkeit, über vorübergehende Spannungen hinaus. Der Stolz hingegen und der Geist des Besitzergreifens sind es, die Eltern dazu verleiten, ihre Sprößlinge als die besten anzusehen, und zu meinen, dieses Herausragen sei nur ihnen zu verdanken.

Dabei verengt sich unser Herz, sobald wir vergleichen und in Wettbewerb treten: Unsere Kinder sind nicht besser als andere und sie müssen es auch nicht sein. Sie sind einfach nur sie selbst: unvergleichlich.

Danken wir Gott für unsere Kinder - nicht nur für unsere Familie im allgemeinen, sondern für jedes Kind besonders: für das, was wir sehen (das Bemühen des einen, die gute Laune des anderen), aber auch für das, was wir nicht erkennen.

Selbst in den Stunden der Verzagtheit und des Zweifelns, wenn das eine oder andere Kind unsere Hoffnung stark auf die Probe stellt, sollten wir Dank sagen: “Heute, Herr, erkennen wir nur schlecht alle Wunder, die Du in unseren Kindern grundgelegt hast. Aber Du siehst all das - und das soll uns reichen. Wir danken Dir für die Schönheit dieses Kindes, selbst wenn wir sie noch nicht ganz erkennen. Wir danken Dir, daß Du es uns anvertraut hast und freuen uns über den Plan voller Liebe, den Du mit diesem Kind hast. Welches Glück zu wissen, daß es Dein Kind ist, und daß trotz aller unserer Schwächen und Fehler, trotz all unseres Versagens, Du Dich seiner annimmst."

Christine Ponsard

Aus Famille Chrétienne v. 28.4.01

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