VISION 20002/2011
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Debatte über Privatoffenbarungen

Artikel drucken Warum die Kritik an Valtortas Werk, aber kein Einwand gegen Medjugorje Botschaften?

In einer außergewöhnlich großen Zahl von Briefen haben Leser zum Artikel „Im Dschungel der Prophezeiungen“ (VISION 1/11) Stellung bezogen. Im folgenden zitieren wir einige (wenige) von ihnen. Nebenstehend nimmt die Redaktion zu den Anfragen Stellung. Damit wollen wir allerdings die Debatte über Maria Valtortas 12bändiges Werk hier im Blatt Der Gottmensch beenden.

Empfohlen von seriösen Persönlichkeiten
Trotz der generellen Zustimmungen, daß „im Dschungel der Prophezeiungen“ höchste Vorsicht geboten ist, hätte es Pfarrer Urs Keusch in diesem Fall gutgetan, im Falle von Maria Valtortas Werk Der Gottmensch genauer zu recherchieren, da es gerade in diesem Fall unzählige Stellungnahmen auch von höchst seriösen und anerkannten Persönlichkeiten der Kirche gibt.
Zunächst ist es wichtig zu wissen, daß es zwei Briefe von Kardinal Ratzinger bezüglich des Gottmensch von M.Valtorta gibt: Einen von 1985 - den zitiert Urs Keusch im gegständlichen Artikel. Im 2. Brief von Kardinal Ratzinger (von 1993) wünscht dieser, daß bei künftigen(!) Veröffentlichungen „der Zusatz, daß die Visionen und Diktate die literarische Form der Autorin seien, um das Leben Jesu auf ihre Art und Weise zu erzählen“ enthalten sein soll. Das aber wird von Urs Keusch verschwiegen.
Der wahrscheinlich größte Mariologe des 20. Jahrhunderts, P. Gabriel Roschini bezeichnet den Gottmensch als das beste und vollständigste Buch über die Gottesmutter Maria. Unzählige Priester, Bischöfe und Kardinäle sind von dem Werk höchst angetan. Viele davon haben öffentlich positiv Stellung bezogen und sind im Internet zu finden.
Johann Binder,
A-7311 Neckenmarkt

Trost, Fundgrube und Schatztruhe
Gott sei Dank habe ich nicht gewußt, daß dieses Werk auf dem römischen Index stand, sonst hätte ich es aus Gehorsam nicht gelesen. Ich bin, so hoffe ich, ein tiefgläubiger, aber kein leichtgläubiger Mensch. Für mich waren die Empfehlungen kirchlicher Persönlichkeiten, als Vorwort in jedem der zwölf Bände abgedruckt, sehr wichtig: P. Agostino Bea (später Kardinal), Papst Pius XII., Erzbischof Alfonso Carinci und Padre Pio.
Für mich als einfache gläubige Frau ist diese Lektüre Trost, Fundgrube und Schatztruhe. Zur Bibel habe ich keinen Widerspruch festgestellt. Ich sehe die Visionen auch nicht als absolut.
Maria Valtorta hat es eben so gesehen – ja, es könnte auch so gewesen sein. Z.B. kann niemand mit Bestimmtheit sagen, ob Jesus den Querbalken oder das ganze Kreuz getragen hat. Durch das Lesen der Bücher kann ich nun die Hl. Schrift viel besser verstehen.
Jesus, Maria, die Apostel u.a. sind mir viel näher gerückt, viel realer geworden. Die Liebe zur Kirche, besonders zur Heilige Eucharistie ist gewachsen.
Ingeborg Engele, 6020 Innsbruck


Das kann nicht stimmen
Wir sind über die Aburteilung der Bücher von Maria Valtorta „Der Gottmensch“ sehr enttäuscht. Ich möchten Ihnen mitteilen, daß ich mit großer Freude immer den Gottmensch gelesen habe und viele andere auch, denn es ist kein Widerspruch zur Heilige Schrift. Alle, die ein negatives Urteil über diese Bücher geben, haben sie nicht gelesen.
Es kann nicht stimmen, daß der Gottmensch von M. Valtorta vom Heiligen Offizium auf den Römischen Index der verbotenen Bücher gesetzt wurde, denn Papst Pius XII. hat gesagt: „Veröffentlicht dieses Werk, so wie es ist. Wer es liest wird es verstehen.“ Padre Pio hat vorausgesagt, daß dieses Werk wirkungsvoll in der ganzen Welt verbreitet werden wird.
Maria Minichmayr, 4072 Alkoven

Und Medjugorje?
Zum Artikel  in Ihrer Zeitung Nr. 1/ 11: Die notwendige Vorsicht im Umgang mit Privatoffenbarungen Im Dschungel von Prophezeiungen. Der Artikel entfaltet deutlich, nach welchen Kriterien die Kirche sogenannte „Privatoffenbarungen“ beurteilt. Herr Pfarrer Keusch stellt vor allem auch den notwenigen Gehorsam gegen die Obrigkeit der Kirche heraus und zitiert dazu den heiligen Franz von Sales. Deshalb verwundert es mich, daß Sie stets, die nicht von der Kirche abgesegneten Botschaften von Medugorje, in Ihrer Zeitung abdrucken. Wären Sie im Gehorsam der Kirche gegenüber, würden Sie dies nicht tun.
Johanna Gröbl, Hartwaldstr. 15, D-81377 München

Einige Hilfen zur Unterscheidung
Ein Danke für den und eine Stellungnahme zu dem Artikel zum Thema falsche/echte Mystik. Wie können wir ein richtiges Urteil fällen, wenn die Kirche sich noch nicht geäußert hat, ohne den Geist auszulöschen?
a) Die Botschaft vermittelt ein Gottesbild, das der Umkehr, der Barmherzigkeit Gottes Raum gibt und so aufbaut.
b) Die „Botschaft“ baut auf Hausverstand auf.
c) Auf den Gehorsam gegenüber Kirche und einem „Beichtvater“, wurde im Artikel dankenswerter Weise hingewiesen.
d) Das Prophezeite trifft und trifft nicht ein.
Kurz möchte ich auf eine Episode bezüglich der anerkannten Botschaften von La Salette hinweisen: der heilige Pfarrer von Ars, ein Zeitgenosse dieser Erscheinungen, war recht skeptisch und wollte wissen, ob sie wahr seien. Da bekam er – er war in einer bestimmten Sache in Geldnot – einen Umschlag mit dem Absender aus La Salette, in dem sich genau die benötigte Summe befand.
So ließ er sich von der Echtheit überzeugen: Es ist also nichts Ungewöhnliches, daß Gott kleine, „private“ Wunder schenkt, damit ein ungläubiger Thomas glauben kann!
Es ist also wichtig, alles zu prüfen: Wer in Gefahr ist, zu leichtgläubig zu sein, prüfe alles; wer dazu neigt, alles sofort zu verwerfen prüfe alles.
Sigrid Nosovsky, little_sigrid@gmx.net

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