VISION 20002/2011
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Zeitgeschehen

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Auch Staaten sollen in Konkurs gehen
Rund 200 Volkswirtschaftsprofessoren aus ganz Deutschland lehnen den geplanten dauerhaften Rettungsschirm als Mittel gegen die europäische Finanzkrise ab. Als Schutz vor maßloser Schuldenpolitik müsse den EU-Staaten auch künftig die Pleite drohen, teilte das Bündnis „Plenum der Ökonomen“ in Hamburg mit. (…)
Die Staatengemeinschaft arbeitet derzeit an einer Änderung des EU-Vertrages, um einen permanenten Euro-Rettungsschirm zu ermöglichen. Dieser gigantische Topf mit Geldgarantien soll drohende Staatspleiten wie jüngst in Griechenland und Irland abwenden und das Vertrauen der Märkte stärken. Die VWL-Professoren lehnen diese „Rettung ohne Insolvenz“ ab. Die EU dürfe nicht alle Ausfallrisiken absichern, da das „zur Fortsetzung unsolider Schuldenpolitik“ geradezu einlade. (…) Die Staatsinsolvenz müsse möglich bleiben und gefährde im Ernstfall auch nicht die Stabilität der Gemeinschaftswährung. „EU-Kredite sollten deshalb grundsätzlich erst nach einer Insolvenzerklärung und als Teil einer Umschuldungsvereinbarung gewährt werden“, schreibt der Geschäftsführer des Bündnisses, der Hamburger Universitätsprofessor Bernd Lucke, in einer Erklärung.
Salzburger Nachrichten v. 24.2.11

Die uferlose öffentliche Verschuldung führt zwangsläufig in den Ruin der Wirtschaft. Die Schirme zur Rettung des Euro sind nichts als untaugliche Hilfsmaßnahmen. Da „helfen“ schwer verschuldete Staaten noch stärker verschuldeten: ein untauglicher Versuch, die Banken im eigenen Land zu retten. Ohne Rückbesinnung auf deren eigentliche Funktion, Brücken zwischen Sparern und Investoren zu schlagen, ist kein Ausweg aus der Sackgasse absehbar.

Das falsche Kind getötet
Dr. Matthew J. Kachinas, ein Gynäkologe am Krankenhaus in Sarasota/Florida, wurde gebeten, eine Abtreibung vorzunehmen. Die Mutter war mit Zwillingen im sechsten Monat schwanger, als man sich entschloß, einen der Zwillinge, ein Bub mit Down-Syndrom, abzutreiben. Das gesunde Baby, ein Mädchen, sollte drei Monate später geboren werden. Dr. Kachinas wollte das behinderte Kind mit einer Spritze im Mutterleib töten und machte dabei „den denkbar schlimmsten Fehler“, wie es die Zeitung (Miami Herald) wörtlich bezeichnete. Er hat die beiden Zwillinge vertauscht und hat „das falsche Kind getötet – killed the wrong Baby“. Aufgrund dieses Fehlers, das falsche Kind zu töten, wurde Dr. Kachinas bei der Sitzung des „Florida Board of Medicine“ in Tampa/Florida, eine Institution vergleichbar mit den Ärztekammern oder Gesundheitsministerien im deutschsprachigen Raum, die Lizenz zu praktizieren entzogen. Ich wiederhole den Grund seiner Suspendierung: er hat das „falsche Kind“ getötet…
Schweizerisch Katholischen Sonntagsblatt 8/10
Nicht das Töten wird angeprangert, sondern das Töten des „falschen Kindes“. Welche Verrücktheit! Übrigens: Beide Babys wurden künstlich gezeugt. Eine Woche später wurde auch das Down-Syndrom-Kind umgebracht. Es ist noch gar nicht so lange her, da versprachen Ärzte im Hippokratischen Eid, keine Abtreibung vorzunehmen.
Umso wichtiger ist es, daß die Christen öffentlich diesen Ungeist anprangern und für das Leben demonstrieren.

250.000 marschierten für das Leben
Am 22. Jänner 1973 (…) wurde die Abtreibung in den Vereinigten Staaten legalisiert. Seither findet jedes Jahr in Washington DC im Jänner der Marsch für das Leben statt. So auch dieses Jahr.
Etwa 250.000 Menschen aus allen Teilen der USA marschierten dieses Jahr am Kapitol vorbei zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. (…) Die größte treibende Kraft hinter dem Marsch für das Leben sind die Katholische Kirche und deren Lebensschutzprogramme, die u.a. aus dem Beten vor Abtreibungseinrichtungen und auch aus der Beratung von Müttern dort besteht (sogenanntes „sidewalk counselling“). (…) Schätzungsweise 70 % der Teilnehmer waren unter 21 Jahre alt, was viel über die Zukunft des Lebensschutzes in den Staaten aussagt. Im Protestzug fand sich eine Vielzahl von Jugendgruppen, Schülern aus Katholischen Schulen, Studierenden an Katholischen Universitäten sowie eine auffallend hohe Zahl von Priestern und Ordensleuten. Im Unterschied zum deutschen Sprachraum war besonders herausstechend, daß mehrere Bischöfe im Protestzug mit ihren Priestern und Seminaristen marschierten.
Kath.net v. 25.1.11
Es wäre an der Zeit, daß Europas Christen in Sachen Lebensschutz Flagge zeigen. In Paris fand im Jänner ein Marsch für das Leben statt, an dem 40.000 Menschen – darunter auch Bischöfe – teilnahmen (siehe Bild Seite 31).

Afrika gegen Homo-Gleichstellung
79 Länder aus Afrika, der Karibik und den Inseln im Pazifik (ACP) haben einen Brief an das Europa-Parlament geschickt, der insofern bemerkenswert ist, als er die massive Forderung enthält, die EU möge endlich aufhören, ihnen ihre Homosexuellen-Politik aufzudrängen. (…) Dieser Brief wurde Ende Oktober überreicht und hält fest, daß die Ländergruppe die EU „dringend ersucht, alle Versuche zu unterlassen, ihnen im Rahmen der EU-ACP-Partnerschaft ihre Wertvorstellungen aufzudrängen, die in den ACP-Ländern nicht geteilt werden.“ (…) Weiters wird in dem Brief geäußert, daß die „Zusammenarbeit sehr wohl funktionieren und ganz ihre Aufgaben erfüllen kann, wenn die sozialen und kulturellen Unterschiede der Partner berücksichtigt werden.“ Im Dezember beschloß das EU-Parlament eine Resolution, in der es Afrika daran erinnerte, daß die EU für mehr als die Hälfte der Entwicklungshilfe aufkomme und Afrikas wichtigster Handelspartner sei. An einer anderen Stelle wird festgehalten, daß im Rahmen der verschiedenen Partnerschaften die sexuelle Orientierung eine abzusichernde Kategorie der Nicht-Diskriminierung sei.
Friday fax v. 30.12.11

Die EU mißbraucht ihre Wirtschaftsmacht, um Werte, die gar nicht in ihrer Kompetenz liegen, durchzusetzen. Sie muß sich von den Afrikanern belehren lassen, was wirklich moralisch ist.
Protestanten stark rückläufig
Zwischen 1950 und 2009 ging die Zahl der EKD-Mitglieder (Evangl. Kirche, Anm.) in Deutschland kontinuierlich von 42,2 Millionen auf 24,2 Millionen zurück. Die Zahl der Katholiken nahm in der (…) Zeit von 1950 bis 1970 zunächst von 23,2, auf 27,2 Millionen zu. Bis 1990 folgte dann durch Zuwanderung noch eine leichte Zunahme auf 28,2 Millionen. Seitdem geht auch die absolute Zahl der Katholiken zurück: 2009 waren es noch 24,9 Millionen. Seit 2000 gibt es jeweils mehr Katholiken als Protestanten. Der Abstand vergrößerte sich von 200.000 im Jahr 2000 auf 500.000 im Jahr 2005 und 700.000 im Jahr 2009.
IK-Nachrichten 1/11

Info für alle, die nach Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats, Anerkennung von Homo-Beziehungen rufen: Die Konfession, die diese Anliegen längst verwirklicht hat, verliert viel mehr Mitglieder als die Katholische Kirche. Anpassung an den Zeitgeist ist eben kein Erfolgsrezept.
Und noch eine Meldung, die uns Freude Macht: Sie zeigt, daß der viel kritisierte Papst sich großer Beliebtheit erfreut:

Die Kirche wächst
Im Berichtsjahr 2009 ist die Zahl der Getauften im Vergleich zum Jahr davor nochmals um 15 Millionen gewachsen. In absoluten Zahlen gab es 2009 in allen Teilen der Welt zusammengenommen 1 Milliarde 181 Millionen Katholiken. Im Vergleich zum Vorjahr stellt das ein Wachstum von 1,3% dar. Um genau diesen Prozentsatz hat auch der Weltepiskopat zugenommen. Die katholische Kirche zählt heute 5.605 Bischofssitze (…) Auch der katholische Klerus ist weiterhin auf Wachstumskurs. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Welt- und Ordenspriester um 1,3% zugenommen und ist von 405.178 im Jahr 2000 auf 410.593 im Jahr 2009 gestiegen. Nur eine Ausnahme gibt es: In Europa geht analog zu den katholisch Getauften auch die Zahl der Geistlichen zurück. 2009 war dort ein Minus von 0,8% bei den Diözesanpriestern und von rund 1% bei den Ordenspriestern zu verzeichnen. (…) Die Zahl der Seminaristen (spiegeln) die Entwicklung der Priesterzahlen wider …
Die Tagespost v. 22.2.11
Eine Ermutigung für alle, die sich von den Meldungen vom bevorstehenden Untergang der Kirche entmutigt fühlen. Außer in Europa geht es weltweit aufwärts mit der Kirche.

Mehr als zwei Millionen beim Papst
Allein in Rom und Castelgandolfo haben im Lauf des Jahres 2010 über zwei Millionen Menschen an den regulären öffentlichen Auftritten des Papstes teilgenommen. (…) Die genaue Zahl liegt bei 2.300.000 Menschen; das ist ein Anstieg von ca. 30.000 gegenüber dem Jahr 2009. Der Vatikan stützt sich bei seinen Angaben auf die ausgegebenen Teilnahme-Karten für Papstveranstaltungen wie etwa die Generalaudienzen. Was die Teilnehmer bei Angelus-Gebeten auf dem Petersplatz betrifft, ist der Vatikan allerdings auf Schätzungen angewiesen. Im einzelnen spricht der Vatikan von ca. 493.000 Teilnehmern an Generalaudienzen, von 381.000 Besuchern liturgischer Feiern des Papstes und von 1.200.000 Teilnehmern am sonntäglichen Mittagsgebet Benedikts XVI. Nicht berechnet wurde die Zahl der Menschen, die den Papst 2010 auf seinen Auslandsreisen bzw. seinen inneritalienischen Reisen gesehen haben.
Zenit.org v. 31.12.10
In der Heimat des Papstes jedoch befleißigen sich selbst prominente Personen wie der Berliner Bürgermeister eines herablassenden, schulmeisterlichen Tons. Der Papst wird Herrn Wowereit dennoch sicher mit herzlicher Freundlichkeit bei seinem Besuch begegnen.

Wowereit zum Papstbesuch
Im September kommt der Papst nach Berlin, gehen Sie auch hin?
Klaus Wowereit: Selbstverständlich! Ich bin Katholik und war auch beim letzten Papstbesuch in Berlin am Brandenburger Tor.
Und was würden Sie ihm sagen, wenn Sie ihn träfen?
Wowereit: Es wird sich zeigen, ob er empfängt oder nicht empfängt. Aber es ist wichtig, daß der Papstbesuch auch eine Gelegenheit ist, offen mit der katholischen Kirche zu sprechen – auch über ihre Gesellschaftspolitik. Über Fragen, die auch in der Kirche unterschiedlich gesehen werden. Denken Sie an manche erzkonservative Haltung, denken Sie an das Abendmahl oder den Zölibat und die Einstellung zur Homosexualität. Die gehört nun wirklich ins Vatikanische Museum.
Wird es eine große Messe geben?
Wowereit: Ich würde mich freuen, wenn ein ökumenischer Gottesdienst durchgeführt würde, vielleicht sogar mit einem gemeinsamen Abendmahl. Da gibt es ja leider immer noch von Seiten der katholischen Kirche eine schroffe Ablehnung.
Bild-de v. 27.1.11

Assimiliert euch nicht!
Erdogan ist bei einem Auftritt vor 10.000 Landsleuten in Düsseldorf frenetisch gefeiert worden. Er warnte (…) vor der seiner Meinung nach wachsenden Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie in Deutschland. Eine solche Entwicklung werde in der Türkei „mit großer Beunruhigung“ betrachtet, sagte Erdogan. Deutsche Politiker sollten diese Feindlichkeit mit ihren Äußerungen „nicht weiter aufbauschen“. (…) Auch eine zunehmende negative Stimmung gegen den Islam kritisierte der türkische Premier. „Islamophobie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, genauso wie Rassismus.“ Sowohl die Mehrheit in Deutschland als auch die türkische Minderheit müsse einander respektieren. Erdogan erneuerte seine 2008 bei einem ähnlichen Auftritt in Köln ausgesprochene Warnung an seine Landsleute in Deutschland, Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. „Ihr sollt euch natürlich in die deutsche Gesellschaft integrieren. Aber ich sage Nein zu Assimilation“, betonte Erdogan.
(…) Erdogan sagte den in Deutschland lebenden Türken Unterstützung und Schutz aus ihrer Heimat zu – ebenso wie den aus Libyen geretteten Türken.
Die Welt v. 27.2.11
Man beachte: Die Lage deutscher Türken wird mit der in Libyen verglichen, Kritik am Islam in die Nähe einer Geisteskrankheit ge?rückt, sie erhält das Etikett Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und wieder wird vor zu intensiver Eingliederung in die neue Heimat gewarnt. Was wäre alles los, würde ein westlicher Politiker ähnliche Töne in Istanbul anschlagen?

Es ist gefährlich, künstlich zu befruchten
Das Verfahren der künstlichen Befruchtung kann das Leben der Mutter gefährden. Eine rezente Studie aus den Niederlanden zeigt, daß die Sterblichkeit im Rahmen von IVF-Schwangerschaften erhöht war: Die Mortalitätsrate war bei IVF-Schwangerschaften in den Jahren 1984 – 2008 mehr als dreimal so hoch (42/100.000) als bei allen Schwangerschaften insgesamt (12,8/100.000), berichten die Studienautoren in Human Reproduction. (…) Laut Susan Bewley von der „Guy’s and St. Thomas NHS Foundation Trust“ in London und ihren Kollegen starben in den Jahren 2003 und 2005 in Großbritannien sieben Frauen direkt an den Folgen einer künstlichen Befruchtung. Vier der Todesfälle gingen auf ein sogenanntes ovarielles Hyperstimulations-Syndrom zurück: Frauen müssen für das Spenden von Eizellen extrem hohe Hormondosen zu sich nehmen. Die dafür verwendeten Medikamente stellen eine große Belastung für den weiblichen Organismus dar.
Eine zweite Gefahrenquelle sind Mehrlingsschwangerschaften, da im Zuge eines IVF-Verfahrens meist mehrere Embryonen zugleich implantiert werden, um die Chance einer Schwangerschaft zu erhöhen. Eine jüngst im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie zeigt außerdem, daß Frauen, denen „gespendete“ befruchtete Eizellen eingesetzt wurden, als Hochrisikopatienten einzustufen sind.
Imabe-News Feb. 2011
Eine Information, die weitergegeben werden sollte, da immer mehr Paare sich auf künstliche Befruchtung einlassen. Sie überzeugt vielleicht auch Paare, welche die strikte kirchliche Ablehnung der IVF ignorieren.

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