VISION 20001/2013
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Medizinisch keine Hilfe mehr möglich

Artikel drucken Zeugnis einer 25-Jährigen (Luc Adrian)

Inmitten des schrecklichen Unheils, habe ich etwas vom Wirken der Gnade wahrgenommen,“ so das immer noch betroffene Zeugnis von P. Christian Ma­héas. Dieser Priester der Diözese Paris hatte drei Jahre lang Camille Homolle, eine junge Psychologin, die am 6. Juli 2012 im Alter von 25 Jahren gestorben ist, begleitet. Unter Tränen erinnert sich dieser Priester, der 10 Jahre in Burkina Faso – „wo der Tod zum Alltag gehört“ – verbrachte, voll Bewunderung an „junge Leute, die ihre Krankheit und das Herannahen des Todes wirklich wie einen Weg des Lebens und der Gnade, auf den sie ihre Liebsten mitnehmen, gehen.“
(…) „Letztes Jahr zu Weihnachten hat Camille erfahren, dass ihr medizinisch nicht mehr geholfen werden konnte,“ erzählt er in der Kirche Notre-Dame-des Champs im 6. Pariser Bezirk, in der er als Kaplan wirkt. „Sie ist daraufhin mit ihrer Familie auf Wallfahrt gefahren. Und zurück kam eine verwandelte Camille, strahlend, ganz im Frieden. Sie war erhört worden: Körperlich wurde sie zwar nicht geheilt, aber sie empfing einen tiefen Glauben, den sie so sehr herbeigesehnt hatte. Ich habe gespürt, dass sie bereit war.“
„Später, am 15. März, hat sie mir einen langen Brief übergeben mit der Bitte, ihn an ihrem Todestag den Eltern zu übergeben. Und dann haben wir miteinander ihre Totenmesse vorbereitet. Sie hat die Lesungen ausgewählt: die erste aus dem Buch der Weisheit (In den Augen der Toren sind sie gestorben … sie aber leben in Frieden (3,2f); den Zwischengesang: Ô prends mon âme, prends-la Seigneur (Nimm meine Seele, nimm sie, o Herr!) und die Stelle aus dem Evangelium: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich…“  Sie hat auch die Gesänge ausgewählt… Mehr als 1.000 Menschen sind zu ihrer Seelenmesse am 10. Juli in die Kirche St. Sulpice gekommen.(…)
„Camille hat mich gelehrt, dass ein Heiliger nicht jemand ist, der vollkommen ist,“ erklärt P. Mahéas abschließend. „Es ist jemand, der Zeugnis für die zentrale Botschaft des Evangeliums ablegt: dass aus dem Tod das Leben hervorbricht und vom Kreuz die Auferstehung.“


Aus Famille Chrétienne v. 27.10.-2.11.12

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