VISION 20006/2011
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Eine christliche Kulturrevolution

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Besorgniserregend ist die Krise der Familie, Ort der Menschwerdung. Christa Meves zählt Symptome auf: Kinderlosigkeit, zerbrochene Ehen, Zusammenwürfeln von Kindern aus Scheidungsfamilien, abgetriebene und vernachlässigte Kinder, vereinsamte Alte. Welch ein Leiden!


Man meinte, Gott im Wohlstand nicht nötig zu haben, zumal das von den Protagonisten kühn landauf, landab als eine veraltete Masche diffamiert und nach allen Regeln journalistischer Kunst lächerlich gemacht wurde. Aber ohne Glauben sind die Leiden, die Menschen einander zufügen, schwer zu bessern. (…)
Romano Guardini sagte einmal: „Europa wird christlich sein, oder es wird nicht sein.“ Jeder muss sich jetzt zurüsten, um in so später, fast schon zu später Stunde aufzustehen, gemeinsam aufzustehen, um zumindest die Familie zu retten, um das bedrohlich nahe Geschehen durch unsere Abwehr, durch unser Stehen zur Familie, durch unseren Glauben zu verhindern. Aufwachen, um Himmels willen aufwachen!
Von den Politikern ist kaum Hilfe zu erwarten. Wir, die Christen in unserem Land sind gefragt. Was also müssen wir tun?
Vor allem dürfen wir nicht vergessen, was auf dem Spiel steht! Zuerst also die gefalteten Hände. „Das Gebet“, sagt Max Thürkauf, „ist stärker als alle Kräfte der Atome. Im Gebet werden uns Wege gezeigt, von denen wir nie geahnt, die wir nie vermutet hätten. Und hinzunehmen müssen wir die benediktinische Regel, die da sagt: „Ora et labora.“ Zum „labora“ gehört in unserer Situation heute, dass wir die bekanntgewordenen Forschungsergebnisse und damit z.B. die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation über die epidemisch gewordenen Depressionen bis zum Geburtenschwund als Mahnung verstehen und verbreiten müssen. Und die weiteren Voraussetzungen zur Abwendung der existenziellen Gefahr bestehen z. B. darin, dass wir uns um Zusammenhalt und um Frieden in den Familien bemühen, um der Kinder und vor allem um Gottes Willen und damit als Hoffnung auf Zukunft; denn wenn die Liebe in der Welt erkaltet, sagt Christus, endet die Geduld Gottes mit seinem Geschöpf Mensch.
Deshalb ist die Familie Seine Vorgabe. Deshalb ist sie der Garant unserer Gedeihlichkeit als Menschheit. Wenn wir zulassen, dass sie zerstört wird, zerstören wir unser aller Chancen.
Der direkte Einsatz für die Familie durch unsere Treue für sie ist dabei von außerordentlich großem Wert; aber unsere neue, die friedliche, die christliche Revolution darf sich nicht allein auf die Personen beschränken, die zur Zeit etwas mit Kindererziehung zu tun haben. Wir alle sind Mitglieder einer Familie. Wir können jetzt nicht schläfrig sitzen bleiben! Jeder muss sich mit vor den Karren spannen lassen. Es geht um uns alle, daher sind wir alle gefragt – als Lehrer, Erzieher, Großeltern, als Ausbilder und Geistliche, als Angehörige eines Clans, als erwachsene Kinder alter Eltern, als Mütter und Väter, als Paten, sogar als Singles und erst recht als Verantwortliche der Kirche, der Politik, der Wirtschaft und der Medien.
Viele der Medienschaffenden haben sich in einer Ideologie der Gleichheit und des Neides festgefahren, sie laufen blind dem Mainstream des Selbermachens ohne Gott hinterher. Trotzdem dürfen wir auch bei ihnen auf ein Aufwachen hoffen. Es gibt bereits einzelne mutige Sender, mit denen wir zusammenarbeiten können und die die seriösen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, unsere Erfahrung und unser Wissen an die Öffentlichkeit weitergeben.
Also aufstehen! Hört diese Internationale von den Christen im christlichen Abendland!
Wir brauchen eine christliche Kulturrevolution!
Aber sie wird nicht zustande kommen, wir verpassen sogar in bedrohlicher Weise unsere letzte Chance, wenn wir uns verängstigt oder noch folgenreicher, wenn wir uns feige vor der Verantwortung drücken. Mit Duckmäusertum hat sich in der Weltgeschichte noch nie eine Wandlung zum Besseren ergeben – so kann uns die Geschichte belehren, so können wir es auch an der persönlichen Lebenserfahrung lernen. Die Geschichte zeigt, dass oft ein einzelner Mensch die Welt verändert hat, im Guten wie im Bösen. Gottes Hoffnungen richten sich auf die Einzelnen, auf die Tapferen, auf die in Liebe zu Gott Brennenden. Von unserer Erkenntnis der Wichtigkeit unseres persönlichen Einsatzes für Gottes Ziele mit seiner Schöpfung hängt viel ab. Sollten wir, die wir uns für Christus entschieden haben, nicht mit seiner Hilfe das Gute wollen und auch vollbringen können?

Christa Meves
Auszug aus Wohin? – Auf der Suche nach Zukunft, Gerhard Hess Verlag, Besprechung siehe bei "Lesenswerte Bücher" in dieser Ausgabe Nr. 2/2006.

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