VISION 20006/2011
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Zeitgeschehen

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Das war sogar dem Stern zu viel
„Hart aber fair“, ein deutsches Talk-Magazin, nützte den Papst-Besuch in Deutschland um „hart und unfair“, die Kirche schlecht zu machen:
Katholiken triezen kann so einfach sein – und auch so öde. Der Papst ist im Anflug und die Kirche bekam bei „Hart, aber fair“ noch einmal so richtig ihr Fett weg. Gerade Gastgeber Plasberg trat dabei ganz tief unter die Gürtellinie. Frank Plasberg und seine Poltertruppe von der Kirchenkritik hatten leichtes Spiel. Missbrauchsskandale, Massenaustritte, Männerdiktatur – bei den Katholiken ist der Teufel los. Entsprechend genüsslich schritt die Runde zur Demontage.
(…)Vor allem Michael Schmidt-Salomon, ein Philosoph und bekennender Atheist, beteiligte sich mit Feuereifer am Kirchen-Bashing. Er stellte den Glauben grundsätzlich in Frage, philosophisch wie naturwissenschaftlich. Religionen seien „kulturelle Zeitmaschinen“, ohne Bezug zur Gegenwart, und beruhten auf Grundwahrheiten, die den Gesetzen des Universum widersprächen. Dass man noch einmal im Fernsehen die ausgeleiertsten Thesen des Atheismus zu hören bekommen würde, hätte man bis dahin nicht mehr für möglich gehalten.
www.stern.de, v. 20.9.11
Die Katholische Kirche kommt in den meisten deutschsprachigen Medien schlecht weg. Die mangelnde bzw. einseitige Berichterstattung über den Weltjugendtag in Madrid und den Papstbesuch in Deutschland haben dies wieder einmal gezeigt. Dazu der folgende interessante Gedanken:


Die Kirche als Sündenbock
Mir wird immer klarer, warum viele Medien und manche Menschen ständig auf die katholische Kirche hinhauen. Das ist ganz logisch. Weil es die Kirche Christi ist, weil sie Christus darstellt und auch berufen ist, wie Christus als Sündenbock zu fungieren. Als Sündenbock dient die Kirche auch den Unerlösten, denen, die sie verspotten, bekämpfen und anklagen. Wir Christen können vor die Wahl gestellt werden: Als Glieder der Kirche mit Christus zu leiden, Zielscheibe von Spott und Ablehnung zu werden oder auf der Seite der Ankläger zu stehen. Wir Christen sind berufen, am Erlösungswerk Christi mitzuwirken. Eine „goldene Mitte“ zwischen Ihm und dem Ankläger, zwischen Wahrheit und Lüge gibt es nicht.
Dechant Ignaz Steinwender, in „Zillertaler Glaubensbote“ 8/11


Psychisch krank
Etwa jeder vierte Österreicher leidet im Laufe seines Lebens an einer psychiatrischen Erkrankung. Im Jahr 2009 nahmen 900.000 Menschen wegen solcher Beschwerden Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch. 840.000 Personen bekamen Psychopharmaka verschrieben. (…) Was die Experten auch in Österreich betroffen macht, ist die Wachstumsdynamik bei den psychischen Störungen und Erkrankungen. Im Jahr 2009 waren laut einer Untersuchung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger rund 78.000 Versicherte der Gebietskrankenkassen aufgrund von psychischen Diagnosen arbeitsunfähig. Die Zahl der Krankenstände wegen psychischer Diagnosen stieg von 2007 bis 2009 um 22% (…). Die häufigsten Diagnosen sind depressive Krankheiten, Angst- und Zwangsstörungen (rund 400.000 Personen), Alkoholabhängigkeit (etwa 330.000 Personen)…
news@orf.at v. 9.10.11
Jeder zehnte Österreicher braucht Psychopharmaka, um seinen Alltag zu bewältigen! Und das nach 60 Jahren Wirtschaftswachstum, das Wohlstandssteigerung verhieß.


UNO will Recht auf Abtreibung
Begründet mit dem „Recht auf Gesundheit“ und dem „Selbstbestimmungsrecht der Frau“ wurde bei der 18. Generalversammlung des UN-Menschenrechtsrats der ungehinderte Zugang zu Abtreibungen gefordert. Anand Grover (Indien) äußerte wörtlich, „sämtliche Hindernisse zu Abtreibungen zu beenden, denn solche seien eine Verletzung des „Rechts der Frau auf Gesundheit“. Der Bericht nennt zunächst das „Recht auf Gesundheit“ als Argument für den ungehinderten Zugang zu Abtreibungen, weiterhin das „Selbstbestimmungsrecht der Frau“. Nur ein völlig freier Zugang zu Abtreibungen gewährleiste diese Selbstbestimmung. Das „Selbstbestimmungsrecht“ des ungeborenen Kindes wird in dem Bericht nicht erwähnt.
Zenit.org v. 29.9.11
Die Abtreibungslobby in der UNO ist unermüdlich und unbelehrbar, trotz der Verheerungen, die der Massenmord an Ungeborenen hervorruft:


Mädchen ausmerzen
Ein neues Buch (…) zeigt, welche Schuld dem Weltbevölkerungsfonds der UNO (UNFPA) für die 160 Millionen fehlenden Mädchen in Asien – abgetrieben wegen des Wunsches nach einem Sohn – anzulasten ist. Einer Besprechung im Wall Street Journal zufolge ist Mara Hvistendahls Buch Unnatural Selection: Choosing Boys Over Girls and the Consequences of a World Full of Men „eines der folgenschwersten Bücher, das jemals im Kampf gegen die Abtreibung geschrieben worden ist“. (…) Normalerweise gibt es 105 männliche auf 100 weibliche Geburten. Aber China meldet jetzt eine Verhältnis von 120 Buben zu 100 Mädchen. Und das hat Frauenhandel für die Prostitution und zum weitverbreiteten Kauf von Bräuten geführt. (…) Hvistendahl weist überzeugend nach, dass der Bevölkerungsfonds trotz seines laut verkündeten Auftrags, Geschlechterdiskriminierung zu bekämpfen, es vermeidet, zur Frage der geschlechtsbezogenen Abtreibung Stellung zu beziehen. (…) Denn, wie es ein für den Fonds arbeitender Demograph ausdrückte: „Das Recht auf Abtreibung bleibt das vorrangige Ziel des Fonds.“
C-Fam v. 18.8.11
Gott sei Dank, es gibt auch Erfolge beim Lebensschutz – wenn zunächst auch nur kleine:

US-Bundesstaaten erschweren Abtreibung
In der ersten Jahreshälfte 2011 haben 19 Bundesstaaten die Tötung ungeborener Kinder mit insgesamt 80 neuen Gesetzen erschwert. So wurden zum Beispiel in Dakota, Texas und Süd-Dakota Gesetze beschlossen, die abtreibungswilligen Frauen nach ihrem ersten Besuch beim Frauenarzt eine Wartezeit auferlegen.
In Texas müssen Frauen ab September 2011 vor der Abtreibung eine Ultraschalluntersuchung vornehmen lassen; der behandelnde Arzt muss die Ultraschallbilder des ungeborenen Kindes im Detail beschreiben. Danach muss die Frau 24 Stunden warten. Wenn schwangere Frauen sähen, wie das ungeborene Kind lächelt und winkt, dann würden sie das Leben wählen (…)
Fünf US-Bundesstaaten schreiben vor, dass Abtreibungen nur mehr bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche ausgeführt werden dürfen. Zuvor waren Abtreibungen bis zur unabhängigen Lebensfähigkeit des Kindes erlaubt, also mehrere Wochen später. (…) In mehreren Staaten sind noch weiterreichende Gesetzentwürfe in Vorbereitung. In Ohio hat eine Kammer des Parlaments Mitte Juli 2011 für ein Gesetz gestimmt, Abtreibungen zu verbieten, wenn beim Kind ein Herzschlag festgestellt werden kann: Das wäre bereits zum Zeitpunkt der sechsten oder siebten Schwangerschaftswoche.
Zenit.org v. 19.10.11
Ein weiterer Erfolg:


EU-Gericht schützt Ungeborene
Die große Kammer des Europäischen Gerichtshofes hat diese Woche in einem Urteil die Patentierung von Stammzellen, die durch Zerstörung menschlicher Embryonen gewonnen werden, verboten. Manche bezeichnen diese Entscheidung als einen zusätzlichen, wichtigen Schritt der Rechtsetzung in Richtung internationalen Schutz des ungeborenen menschlichen Lebens. „Erstmals hat der Europäische Gerichtshofe klargestellt, und zwar in einer für die 27 Mitgliedstaaten bindenden Weise, dass das menschliche Leben mit der Empfängnis beginnt und dass es des rechtlichen Schutzes bedarf,“ so der Kommentar von Jakob Cornides, einem Europarechtsexperten und Menschenrechtsanwalt in Brüssel. „Das beendet alle Versuche zu behaupten, der Blastozyst, der Embryo oder der Fötus seien ,noch nicht’ menschlich.“
C-Fam v. 20.10.11
Und noch einer:


Liechtenstein lehnt Abtreibung ab
In Liechtenstein bleibt Abtreibung weiterhin strafbar. 52,3% der Bevölkerung haben am Sonntag gegen die Einführung einer Fristenlösung gestimmt (…) Damit stellte sich eine knappe Mehrheit der Liechtensteiner auf die Seite von Erbprinz Alois. Der Sohn von Landesfürst Hans-Adam, der seit 2004 die Regierungsgeschäfte für seinen Vater führt, hatte im Vorfeld der Abstimmung damit gedroht, dem Gesetz seine Sanktion zu verweigern, falls eine Mehrheit für die Fristenlösung stimmen würde.
Der Standard v. 20.9.11
Das sollte Mut machen, auf politischer Ebene beim Lebensschutz nicht zu resignieren. Also vor der nächsten Wahl vom Abgeordneten des Wahlkreises verlangen, sich in Sachen Abtreibung zu deklarieren.


Kinder für Schwule und Singles produzieren
Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) will homosexuellen und alleinstehenden Frauen die künstliche Befruchtung erlauben. Nach derzeitiger Rechtslage ist das verboten. Österreich sei damit „nicht auf dem Status, der einem modernen europäischen Staat entspricht“, sagte Stöger gegenüber dem Standard. Mit dem Koalitionspartner ÖVP führe er diesbezüglich „immer wieder gute Gespräche“, erklärte er.
news@orf.at v. 14.10.11
Es gibt kein Recht Erwachsener auf Kinder, wohl abereinen Anspruch der Kinder, von Vater und Mutter groß gezogen zu werden

Staatstrojaner
Bei Gerichtsverfahren wurden Angeklagte mit Infos konfrontiert, die offensichtlich aus deren Computer stammten. Bei der Untersuchung der Festplatten stellten Computer-Freaks fest, die Geräte waren mit einem eingeschmuggelten Programm infiziert…
Die weitaus schockierendste Funktion (…) wird mit dem Kommando 14 aufgerufen. Damit kann der Inhaber der Trojaner-Befehlsgewalt ein beliebiges Programm über das Netz auf den infizierten Computer laden und ausführen lassen, ohne dass der betroffene Nutzer etwas davon mitbekommt. Genau die verfassungsrechtlich höchst problematische Funktion, von der die Ermittlungsbehörden nachdrücklich behaupteten, sie sei keinesfalls in einer „Quellen-Telekommunikationsüberwachungs“-Software enthalten, fand sich bei der Analyse. Mit dem Nachladen von Programmteilen ließen sich beliebige, die Grenzen des vom Bundesverfassungsgericht Erlaubten weit überschreitende Überwachungsmodule installieren, die zum Beispiel Mikrofon und Kamera am Computer als Raumüberwachungswanze nutzen – das ist der digitale große Lausch- und Spähangriff. Genauso ist es möglich, durch dieses Programmnachladen Funktionen zu installieren, mit deren Hilfe die Festplatte des infiltrierten Computers durchsucht und Dateien heruntergeladen werden können – die exakte Definition der „Online-Durchsuchung“. Ein nachgeladenes Programm könnte sogar Dateien heimlich über das Netz auf den Computer schieben oder gespeicherte Daten verändern. Technisch gesehen lassen sich so digitale Beweismittel problemlos erzeugen, ohne dass der Ausspionierte dies verhindern oder auch nur beweisen könnte. Finden sich auf einer Festplatte Bilder oder Filme, die Kindesmissbrauch zeigen, oder anderes schwer belastendes Material, so könnte es dort auch plaziert worden sein. Solche „Beweise“ würden zum Beispiel bei einer späteren Beschlagnahme des Computers „gefunden“ werden und (…) nicht als Fälschung erkennbar.
Faz.net v. 10.10.11
Noch alarmierender ist folgende Praktik:

Obama läßt töten
Der Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki und sein Begleiter Samir Khan waren am Freitag bei einem Drohnenangriff im Jemen gestorben. Sie sind wohl die ersten Amerikaner, die im Kampf gegen den Terror gezielt getötet wurden. Und auch wenn sowohl demokratische als auch republikanische Politiker den drakonischen Präzedenzfall sogleich guthießen, zeigen interne Dokumente doch, auf welch heikles juristisches Neuland sich die Obama-Administration mit diesem Schritt gewagt hat. (…) Laut New York Times bestand die Argumentation der US-Regierung im Wesentlichen aus drei Punkten: Al-Awlaki stellte eine unmittelbare Bedrohung für die Leben anderer Amerikaner dar. Er hatte sich in einem bewaffneten Konflikt dem Feind angeschlossen.
Im chaotischen Jemen gab es keine Möglichkeit, ihn festzunehmen. (…) „Wenn die Verfassung irgendetwas bedeutet“, sagte der Bürgerrechtsanwalt Ben Wizner, „dann sicherlich, dass der Präsident nicht die uneingeschränkte Macht hat, jeden Amerikaner hinrichten zu lassen, den er für einen Feind des Landes hält.“
Der Spiegel online v. 1.10.11

Smartphones verändern Gehirnfunktionen
Stets in Reichweite, lenken iPhone, Blackberry und andere Smartphones regelmäßig unsere Aufmerksamkeit vom momentanen Geschehen ab, um uns in eine Welt abstrakter Informationen eintauchen zu lassen. Wie reagiert da unser Gehirn? Neue Erkenntnisse der Neuro-Wissenschaft gestatten es, die Faszination der Apparate und deren Folgen besser zu verstehen. Das zwanghafte Bedürfnis, sein Smartphone zu nutzen, wird von einem kleinen Zentrum im Gehirn – dem zerebralen Belohnungsschaltkreis – gesteuert. Dieser spielt eine zentrale Rolle, wenn es um Motivation, Genuss und Suchtphänomene geht. (…) Handlungen, die darauf zielen, an möglicherweise wichtige Informationen heranzukommen, werden von diesem Schaltkreis begünstigt. Das Gehirn hat buchstäblich Hunger nach Information, der manchmal sogar ein Suchtverhalten auslösen kann
(…) Außerdem neigt unsere Aufmerksamkeit dazu, alles aus unserer Wahrnehmung auszublenden, was nicht zur Liste zu erledigender Dinge zählt, die wir fortwährend – bewusst oder nicht – im Kopf haben. Dieser Selektionsmechanismus führt zur Verarmung unserer Sinneserfahrungen. Denn wir konzentrieren uns auf das, was uns vorweg als wichtig erscheint: der Text, den ich lese. Die umfassendsten Erfahrungen mit den Sinnen treten jedoch in den „leeren“ Momenten auf, in denen wir nicht damit beschäftigt sind, etwas zu erledigen. Sie sind Momente des Zuhörens, der gesteigerten Aufnahmefähigkeit für das, was uns umgibt oder das, was wir empfinden. Indem sie uns fortgesetzt in ein Umfeld versetzen, das zur Handlung anregt, beseitigen die Smartphones tendenziell diese Leerphasen.

Le figaro-online v. 3.10.11
Bedenkenswert.

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