VISION 20005/2019
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Von Tür zu Tür

Artikel drucken Unterwegs als Missionar der Legio Mariae (Beate Bernold-Scherzer)

Die Legion Mariens bietet für Laien einen idealen Rahmen, in einer Gemeinschaft ihrer Berufung zur Mission zu folgen. Erstens sind sie bei apostolischen Tätigkeiten nicht alleine unterwegs, sondern immer zu zweit, wie auch Jesus seine Jünger immer zu zweit ausgesandt hat. Gemeinsam findet man ja leichter den Mut, den Menschen Jesus nahe zu bringen. Zweitens ist die geistliche Absicherung im Gebet und die Begleitung durch einen Priester als geistlichen Leiter bei wöchentlichen Treffen gegeben.

Das Präsidium, d.h. die Gruppe, wo ich dabei bin, macht hauptsächlich Tür-zu-Tür-Besuche im Pfarrgebiet. So kommen wir mit den unterschiedlichsten Menschen und Glaubensrichtungen zusammen, auch mit Atheisten oder von der Kirche Ausgetretenen.
Kürzlich ergab sich ein wunderschönes Gespräch mit einem Mann, der von der Kirche ausgetreten war, weil ihm die Kirche zu institutionell sei. Mein Mann, der mit mir ging, unterstützte mich in der Schilderung, welche Schätze die Kirche in den Sakramenten zu verschenken hat: Wir erzählten von der Beichte als Neuanfang durch die Reinigung der Seele von den Sünden und wie wunderbar es ist, Jesus nach einer Beichte in der Kommunion zu empfangen.
Auch mit der Erzählung vom Eucharistischen Wunder von Lanciano erfuhr er etwas Neues, dem er sichtlich interessiert zuhörte. Als der Mann meinte, dass ich sichtlich begeistert über alles erzählte, wuchs in mir nach diesem Besuch die Erfahrung, wie wichtig es ist, den Glauben freudig und begeisternd zu verkünden, damit der Funke auf andere überspringen kann. Er habe nun einiges zum Nachdenken, sagte der Mann zum Schluss. Dankend nahm er das Pfarrblatt und auch die Wunderbare Medaille an, die wir bei jedem Besuch anbieten und erklären.
Weiters erinnere ich mich gerne an den Besuch bei einer jungen Familie mit drei kleinen Kindern, denen wir die Wandermuttergottes brachten. Es war schön zu sehen, wie die Kinder mitbeteten und erstaunt auf die mitgebrachte Muttergottes-Statue schauten. Sie blieb dann für zwei bis drei Wochen dort, um zum Gebet in der Familie anzuregen. Mit dieser Familie ist auch ein loser Kontakt geblieben.
Manchmal ist gar kein Kontakt möglich. So habe ich gelernt, dass es besser ist, Bewohner eines Hauses gleich noch am Gang anzusprechen, wenn sie an uns vorbeigehen, denn letztes Mal öffnete ein Pärchen, das uns am Gang vor Betreten der Wohnung sah, gar nicht mehr ihre Tür. Die meisten denken wohl, wir seien von den Zeugen Jehovas und öffnen deswegen nicht, und wenn doch, sind die meisten dann positiv überrascht, wenn sie erfahren, dass wir von der Katholischen Kirche kommen.
Das wöchentliche Treffen ist auch dazu da, dass wir einerseits zum Gebet zusammen kommen und andererseits auch den anderen über das zuletzt stattgefundene Apostolat berichten. Da empfehlen wir auch Gott und der Gottesmutter all die Menschen, denen wir beim Apostolat begegnen, im Gebet an.
Jedenfalls ist es eine schöne Aufgabe, einen Beitrag leisten zu dürfen, anderen zur Freude am Glauben zu verhelfen. Man gibt selbst Zeugnis über den eigenen Glauben und wächst dadurch auch selbst im Glauben.

Kontakt: Legion Mariens, Rochusg. 9/21, 1030 Wien, Tel.: +43 1 512 57 19 (Di 10-17 Uhr), www.legion-mariens.at oder www.legion-mariens.de


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