VISION 20005/2019
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Presssplitter kommentiert

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Die Eucharistie – nur ein Symbol
Eine Erhebung des Pew Research Centers macht deutlich, dass nur ein Drittel der US-amerikanischen Katholiken die Kommunion als Leib und Blut Christi ansehen. 69% halten Wein und Brot nur für Symbole, und viele sind überzeugt, dass dies der Lehre der Kirche entspreche.
La Nuova Bussola Quotidiana v. 12.8.19
In vielen europäischen Ländern wird es nicht viel anders sein. Daher wird vielfach auch nicht mehr zwischen Wortgot­tesdienst und Eucharistiefeier unterschieden. Und was dann in weiterer Folge geschieht sieht man in der Evangelischen Kirche:

Den Sonntagsgottesdienst abschaffen
Eine aktuelle Studie der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) legt ihren Gemeinden nahe, über das Fortbestehen des traditionellen Sonntagsgottesdienstes nachzudenken. Denn dieser traditionelle Sonntagsgottesdienst sei nicht (mehr) attraktiv, sagt die Untersuchung „Faktoren des Kirchgangs“ der Liturgischen Konferenz der EKD. (…) Der Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Thies Gundlach, findet es in Ordnung, wenn Sonntagsgot­tesdienste in einigen Orten in Frage gestellt werden. Schließlich habe der Sonntagmorgengottesdienst seit Jahren schon nicht mehr die klassische Funktion als „Mitte der Gemeinde“. Das zeigen auch die Zahlen: Etwa 3% der Evangelischen, also circa 734.000 Menschen, besuchen jeden Sonntag einen evangelischen Gottesdienst.
Vatican News v. 10.8.18
Welcher Wandel im Verständnis dessen, was der Sonntagsgottesdienst bedeutet! Die Märtyrer von Abitene im 3. Jahrhundert erklärten noch unter der Folter: „sine domenica non possumus“ – ohne die Feier des Sonntags könnten sie nicht leben.

Schafft die Eltern ab!
Schafft die Familie ab, fordern manche linke Theoretikerinnen: Kinder sollten von der Gesellschaft aufgezogen werden statt von ihren Eltern. Ist die Idee so abwegig? (…) Diese Idee (wird) gerade stark diskutiert, vor allem in der englischsprachigen linken Academia, wo „family abolition“ fast zu einer selbstverständlichen Forderung geworden zu sein scheint. Ein Auslöser der neuerlichen Debatte ist das Buch der britischen Theoretikerin Sophie Lewis. Full Surrogacy Now heißt die Streitschrift und ist im Mai in englischer Sprache beim linken Verlag Verso Books erschienen… (…) Die Autorin, die in Philadelphia wohnt und am Brooklyn Institute for Social Research arbeitet, entwirft einen „Feminismus gegen die Familie“, so der Untertitel des Buches.
(…) Lewis stellt sich vor, wie es wäre, wenn wir Familien nicht mehr bräuchten, weil die Gesellschaft ausreichend Fürsorge und Nähe spende, sie schreibt von „Polymutterschaften“ und „Schwangerschaftskommunismus“. Und ihre Hauptforderung lautet: „Wir müssen Wege finden, um der Exklusivität und Vormachtstellung ,biologischer’ Eltern im Leben von Kindern entgegenzuwirken.“
Die Zeit v. 10.8.19
Da wird ein Projekt hochgejubelt, das im Ostblock längst gescheitert war, das gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis steht. Wieder zeigt sich: Die kommunistischen Ideen haben im Westen bestens überlebt. Sie werden hier von führenden Medien mit Wohlwollen aufgegriffen und propagiert.

Staatsanwälte begehen offen Rechtsbruch
Staatsanwälte aus 23 US-Bundesstaaten haben öffentlich erklärt, künftig keine Verstöße gegen ordnungsgemäß erlassene Gesetze über Abtreibungsverbote zu verfolgen. Sie berufen sich auf die Rechtsprechung des Supreme Court und reagieren darauf auf die jüngste Welle verschärfter Abtreibungsgesetze in einigen US-amerikanischen Bundesstaaten. In einer gemeinsamen Erklärung der 42 Staatsanwälte, einer Gruppe die sich unter dem Namen Fair and Just Prosecution zusammengeschlossen hat, heißt es, (…) man sei sich (…) darüber einig, dass man als Staatsanwalt „Entscheidungen der Gesundheitsversorgung – und im Falle der Abtreibung handle es sich um eine solche – nicht kriminalisieren dürfe“. Des Weiteren heißt es, es sei die Pflicht gewählter Staatsanwälte, deren Aufgabe es sei, die Gesundheit und Sicherheit aller Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, ihre Sicht der Dinge klar zu äußern.
IEF-Newsletter v. 21.6.19
Die für die Einhaltung des Rechts Zuständigen bekennen sich zum Rechtsbruch – öffentlich! Und die Tötung ungeborener Kinder gilt für sie als Gesundheits(!)-Leistung. Was für eine Perversion des heutigen Denkens! Wie pervers die Folgen sind, zeigt auch die folgende Meldung, die Feministinnen eigentlich bewegen müsste, auf die Barrikaden zu steigen:

Mädchenmorde
Mord an ungeborenen Mädchen ist in Indien offenbar äußerst häufig. In den letzten drei Monaten wurden in 132 untersuchten Dörfern des nordindischen Bundesstaates Uttarakhand insgesamt 216 Kinder geboren – alles waren Jungs, kein einziges Mädchen erblickte das Licht der Welt. Das berichtete die britische Tageszeitung „Independent“ anhand von Zahlen, die von den zuständigen indischen Strafverfolgungsbehörden veröffentlicht worden waren. (…) In Indien bevorzugt man männliche Nachkommen. Töchter werden – gerade auch in dörflichen Umgebungen – als unnütze Kostenfaktoren eingestuft. Bereits die letzte Volkszählung in Indien im Jahr 2011 erbrachte als Ergebnis, dass das Verhältnis zwischen Männern und Frauen zahlenmäßig nicht ausgeglichen ist. Auf 1.000 Männer kommen duchschnittlich nur 943 Frauen.
Kath.net v. 24.7.19

Um die Erde zu retten
„Ich denke, ich hatte seltsamerweise schon immer eine Verbindung und eine Liebe zur Natur; aufgrund der Menschen, die ich treffen durfte und der Orte, die ich glücklicherweise besuchen konnte,“ erklärt Prinz Harry im Interview. Doch die Geburt seines Sohnes Archie Harrison habe seine Sicht auf den Naturschutz noch einmal beeinflusst. Während Prinz Harry erklärt, dass er sich auch vor der Geburt seines Kindes bereits für den Naturschutz eingesetzt habe und dass es wichtig sei, die Erde intelligenterweise für die nächste Generation zu bewahren, erwähnt er in einem Nebensatz, dass er „nicht zu viele“ Kinder bekommen wolle – „maximal zwei“. Diese Entscheidung habe er zum Wohle der Erde getroffen.
https://www.vogue.de/lifestyle/artikel/prinz-harry-kinderwunsch

Schön, dass sich Prinz Harry um das Wohl der Erde sorgt. Aber sein Verzicht auf Kinder im geburtenarmen England trägt nicht dazu bei. Schon eher der folgende Vorschlag:


Wie Bäume das Klima retten könnten
Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0.9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen aufnehmen. Dies wäre die effektivste Maßnahme gegen den Klimawandel. Zu diesem Schluss kommt eine aktuell in Science publizierte Studie der ETH Zürich. (…)
Die Forschenden berechneten, dass unter den aktuellen klimatischen Bedingungen die Erde mit rund 4,4 Milliarden Hektar Wald bedeckt sein könnte. Das sind 1,6 Milliarden mehr als die derzeit vorhandenen 2,8 Milliarden Hektar. (…) Derzeit stünde also ein Gebiet von der Größe der USA für die Aufforstung zu Verfügung. Einst herangewachsen könnten diese neuen Wälder 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Das sind etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution durch den Menschen verursacht in die Atmosphäre gelangten. (…) Die Studie zeigt auch, wo eine Aufforstung am besten möglich wäre. Die meiste Fläche entfällt auf nur sechs Länder: Russland (151 Millionen Hektar), USA (103 Millionen Hektar), Kanada (78,4 Millionen Hektar), Australien (58 Millionen Hektar), Brasilien (49,7 Millionen Hektar) und China (40,2 Millionen Hektar).
ETH-News Medienmitteilung v. 4.7.19
Interessant. Aber welche Aufgabe: eine Fläche in der Größe der USA aufforsten! Es zeigt eine mögliche Richtung der Be­mü­hungen. Die eigentiicheHerausforderung aber ist die Abkehr vom Götzen Wirtschaftswachstum.

Wir brauchen mehr Bürgermeisterinnen!
Ein paar Jahre war Sonja Ottenbacher bereits Bürgermeisterin der Gemeinde Stuhlfelden im Pinzgau in Salzburg. Da kam ihr die Idee, sich mit anderen Bürgermeisterinnen auszutauschen. Viele hat es ja zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben, nicht einmal 80. Und Österreich hat immerhin 2100 Städte und Gemeinden. (…) Das war 2007. Damals fand das erste Bürgermeisterinnentreffen statt, gekommen sind etwa zwei Dutzend. (…) Mittlerweile ist Ottenbacher eine von 173 Bürgermeisterinnen in Österreich, seit dem ersten Treffen ist also doch einiges passiert. ,,Aber Luft nach oben ist gegeben,“ sagt sie. Das zeigt auch ein Blick auf den europäischen Vergleich. In Österreich stellen 8,2% der Gemeinden eine Bürgermeisterin, in Deutschland sind es knapp unter 10%, in Frankreich sind es etwa doppelt so viele. Dort wurde auch auf allen Ebenen ein Reißverschlusssystem eingeführt, andernfalls drohen teils empfindliche Strafen.
(…) Um die Partizipation von Frauen in der Politik zu erhöhen, wird seit Jahren eine Quotenregelung diskutiert. Auf kommunaler Ebene hält dies Ottenbacher für schwierig, gerade in kleinen Gemeinden, da immer weniger Menschen bereit sind, in die Politik zu gehen. „Auf Landes- oder Bundesebene ist das aber schon sinnvoll,“ sagt Ottenbacher.
Wiener Zeitung v. 7.8.19
Keine Frage, dass es Sinn macht, dass Frauen ihr Charisma in den öffentlichen Raum, insbesondere auch in die Politik einbringen. Aber solange die Quotenregelung ein Instrument des Machtkampfs der Geschlechter ist, wird diesem Anliegen nicht gedient. Es ist höchs­te Zeit, das weibliche Charisma neu zu bedenken:

Das Charisma der Frau
In einem Interview aus dem Jahre 1988 sagte der damalige Kardinal (Ratzinger, Anm.), dass wir heute Menschen brauchen, die vom Evangelium getroffen sind. Ich denke, dass das Charisma der Frau in vielen Bereichen noch zu entdecken ist. Jede von uns muss sich von Christus lieben und umformen lassen, so dass sie ein Instrument der Gnade Gottes für diese Welt werden kann. Die Frau ist dazu berufen, die Zärtlichkeit und das Verständnis der Liebe Gottes für unsere menschlichen Schwächen zu zeigen. Diese Liebe ist gleichzeitig stark und lässt nicht zu, dass wir mit unseren Nachlässigkeiten einen Kompromiss schließen. Die Frau befreit den Mann von der Gefahr, sich das Leben einerseits zu abstrakt vorzustellen und es andererseits nicht als ein Ganzes anzusehen, bei dem alle Aspekte der Person und des Lebens miteinander verknüpft sind. Deswegen versteht die Frau tiefer und intensiver, dass die personale Hingabe in der Liebe Gottes alles umfasst und alles zu prägen hat.
Die Entfaltung ihrer Mutterschaft, geistig wie leiblich, befähigt die Frau, Menschen in ihren Bedürfnissen und Lebens­umständen zu begleiten, für sie zu sorgen und ihr Wachstum zu fördern. Wie so viele heilige Frauen zu allen Zeiten können Frauen, wenn sie mit Christus innig verbunden bleiben, andere ins Glaubensleben einführen und sie geistlich beraten.
Sara Gallardo Gonzáles in Die Tagespost v. 29.8.19. Sie lehrt an der Katholischen Universität von Ávila.

Viel Demut war
notwendig
Warum konvertieren Frauen ausgerechnet zur katholischen Kirche?  (…) Eine der Frauen, die in ihrer Glaubensgemeinschaft hochrangige Ämter bekleidet hatten, ist Linda Poindexter, die in der Episkopalkirche 13 Jahre lang als „Priesterin“ (Presbyterin) tätig war und bei ihrem Übertritt ihre prestigereiche Würde aufgab. Ihren Weg schildert sie in dem Band The Catholic Mystique – Fourteen Women Find Fulfillment in the Catholic Church (erschienen 2004), in dem noch weitere 13 Frauen mit zunächst unterschiedlichem religiösem Hintergrund zu Wort kommen, von denen einige darüber hinaus zuvor „liberale Feministinnen“ waren. Poindexter hatte vor ihrem Eintritt in die katholische Kirche hart mit sich gerungen – hatten Familie und Freunde für ihre „Weihe und priesterliche Aufgabe doch einst Opfer gebracht und intensiv gebetet. Ich habe wirklich gezögert, sie zu enttäuschen und ihnen das Gefühl zu geben, sie irgendwie betrogen und hintergangen zu haben“. Wie andere zu konvertieren beabsichtigende Christen kaufte sie sich die Apologia Pro Vita Sua von Kardinal Newman – „die Standardlektüre für Anglikaner, die katholisch werden wollen“, wie sie sagt. Zudem bekennt sie, dass sie „viel über Gehorsam und Demut zu lernen hatte“ und zu einem „besseren Verständnis der meisten Lehren kam, die ich einst in Frage gestellt hatte“. Bei den Lehren indes, die sie noch immer beschäftigen, könne sie nun „auf die Autorität der katholischen Kirche vertrauen“ und sich auf sie verlassen. Für Angehörige ihrer „ehemaligen Kirche mag das wie einfache Bequemlichkeit oder Einfalt aussehen. Ich denke, es ist Glaube.“
Die Tagespost v. 25.7.19
Der Herr will, dass wir Glieder eines Leibes sind. Daher ist es gut, wenn jemand heimkehrt.

Kein Homo-Gen
Die Suche nach einem „Schwulen-Gen“ ist bis heute ergebnislos geblieben. Nun erscheint in Science (365, S. 869) eine groß angelegte Studie über die Genetic architecture of same-sex sexual behavior. Genetiker um Andrea Ganna (Harvard, USA) haben aus der UK-Biobank und der US-Firma „23andMe“ stammende DNA-Daten von 470.000 Menschen im Alter von 40 bis 70 durchkämmt und mit deren Aussagen über ihre sexuelle Orientierung verglichen. Ihr Resümee: Von einem eindeutigen „gay gene“ kann keine Rede sein…
Die Presse 30.8.2019
Lange und intensiv wurde nach einem „Homo-Gen“ gesucht. Vergebens, wie sich zeigt. Was nicht überrascht.

Zäsuren gibt es in der Kirchen nicht
Zäsur ist eine Kategorie, die im Blick auf einen Organismus, auf eine organische Entwicklung, völlig konträr ist. Eine Zäsur mit dem Ergebnis, dass nachher nichts mehr so ist, wie es vorher war, würde das Ende der Kirche bedeuten. Das Wesen der Kirche ist die Überlieferung des Glaubensguts von den Aposteln bis zur Wiederkunft des Herrn – nicht aber eine fortschreitende Evolution, in der sich das Wesen der Kirche ändert.
Kardinal Walter Brandmüller in „Die Tagespost“ v. 25.7.19
Was gestern Sünde war, kann nicht heute annehmbar sein.

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