VISION 20005/2004
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Leserbriefe

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Zurecht selig

Was hat er denn getan, was hat er geleistet? Diese Fragen hörte ich in der letzten Zeit, wenn von der Seligsprechung Kaiser Karls die Rede war. Jesus hat am meisten für die Menschheit getan, als er scheinbar überhaupt nichts mehr tun konnte, weil Er angenagelt am Kreuz hing. Kaiser Karl konnte am meisten für seine Völker tun, als er, nach außen hin entmachtet, Gott sein Leben anbot für die Rettung seiner Völker. Noch kurz vor seinem Sterben hat er seine schmerzhafte Krankheit so interpretiert: “Ich muß so viel leiden, damit meine Völker wieder zusammenfinden."

Daß er dabei auch seine zahlreichen Gegner nicht ausschloß, bezeugen seine Worte: “Ich verzeihe allen meinen Gegnern, allen, die gegen mich gearbeitet haben, ich will für sie beten und leiden." Jesus sagte selbst einmal: “Der Jünger steht nicht über dem Meister, wenn er aber alles gelernt hat, wird er wie sein Meister sein." (Lk 6,40) Gott weiß, was Er einem Menschen zumuten kann. Kaiser Karl hat Er viel zugetraut. Die Art und Weise, wie Kaiser Karl die vielen Prüfungen seines Lebens im Glauben bewältigte, zeigen, daß er ein Vorzugsschüler Jesu Christi war. Überragend groß zeigte sich Kaiser Karl im Leiden, von jeher der Prüfstein großer Seelen. Was mußte er nicht alles durchstehen: Scheitern aller Pläne, verlorener Krieg, Absetzung, Verbannung, Verleumdung, Haß, Krankheit, früher Tod - wahrhaftig ein gerüttelt Maß von Leid, standhaft und starkmütig ertragen, bewußt aufgeopfert für Kirche und Welt - und Grund genug, daß ihm die höchste Ehre zuteil wird, die Ehre der Altäre.

P. Leopold Strobl, A-5112 Lamprechtshausen


Seliger Kaiser Karl

Ein wichtiger Artikel! “Nehmt den Menschen ihre Geschichte, und ich mache mit ihnen, was ich will" (Karl Marx).

1) Wir, die schuldgeplagten deutschsprachigen Länder, können auch stolz sein auf unsere Geschichte, die wahrhaft eine christliche Zivilisation begründet hat. Vielleicht will der Heilige Geist hier heilen: kein Land, keine Geschichte ist nur schlecht! Die Besinnung auf unsere Wurzeln kann uns stärken.

2) Auch Demokratien führen Kriege, auch Monarchen haben Frieden gestiftet. Keiner will das Rad der Zeit zurückdrehen, nehmen wir aber dankbar alles Gute aus der Vergangenheit mit.

3) In der Broschüre “Ein Kaiser stirbt" (Zessner-Spitzenberg, erhältlich in der Kapuzinergruft) beschreibt eine Freundin, daß Gott Karl bereits vor seiner Erkrankung anbot, sein Leben für seine Völker zu geben. Der Kaiser nahm an, obwohl seine Frau gerade das 8. Kind erwartete!

4) In Fieberträumen sprach der Kaiser in seiner gequälten Phantasie, man möge doch die Wiener tuberkulosekranken Kinder mit Milch versorgen - ein Moment, in dem die Herzenshaltung ungeschminkt zu Tage tritt. Sehr wichtig erscheint mir, um Liebe, Offenheit und Verständnis für unseren Seligen zu bitten, damit er unserem Land jene Gnaden erbitten kann, die Gott schenken will, und, daß viele Christen am 3. Oktober bei der Seligsprechung in Rom dabei sein können.

Dr. Thomas Schenk, thomas.schenk@nextra.at


Ein dubioses Umfallen

Wie ist das Phänomen des Umfallens nach einem Segen mit Handauflegung zu beurteilen? Das Umfallen kann verschiedene Ursachen haben: einen Schwächeanfall vor Aufregung und “Erwartungshaltung"; massenpsychologische Mechanismen; dämonischen Widerstand gegen die Segnung, wie ich ihn wiederholt beim Exorzismus erlebt habe; magisch-verkommenen Glauben: Anspruchsdenken gegenüber Gott; Gerichtshandeln Gottes z.B. an der Rotte im Garten Gethsemane, an Saulus vor Damaskus...; Belastung durch den Segnenden, der seinen inneren Zustand (bewußt oder unbewußt) überträgt und sich so zum Werkzeug des Bösen machen läßt. Umfallen kann nicht als “Ruhen im Geiste" bezeichnet werden, weil das weder in der Heiligen Schrift, noch in der kirchlichen Tradition, noch in einer dogmatischen Begründung ein Fundament hat.

Pfr. Winfried Pietrek, D-59555 Lippstadt

Alan Ames zeichnet jenen, die es wünschen, ein Kreuz auf die Stirne. Die Frucht seines Wirkens sind viele Bekehrungen.


Kampf gegen die Schwächsten

Ungeborene abzuschreiben und abzutreiben, ist kinderleicht und todsicher, sie können sich nicht wehren. Ist es nicht pervers, Ungeborene zu beseitigen, als wären sie bedrohliche Feinde? Wehe uns, wenn wir die Ethik von der Stärke oder Schwäche der anderen abhängig machen und wir nicht mehr aufschreien für die Stimm- und Hilflosen! Nach den Holocaust-Tragödien des letzten Jahrhunderts brauchen wir unermüdliche Einmahner der grundlegenden Menschenrechte, wozu das Recht auf Leben und Geborenwerden gehört. Es geht um die unantastbare Würde jedes Menschenlebens, was kein Arzt und kein Politiker, auch keine Landeshauptfrau streitig machen kann. Von der ethischen Frage abgesehen sei angefragt, warum man die Rentenproblematik durch Antigeburtenkampagnen noch verschärfen will.

P.Jakob Förg, A-5020 Salzburg


Jesus, sorge Du!

Wie immer habe ich mit Begeisterung die Beiträge der VISION 4/04 gelesen und mit Farbstiften durchgearbeitet. Besonders dankbar bin ich für den Abdruck der Eingebung Jesu an Don Dolindo “Jesus sorge Du". Vor einigen Jahren erhielt eine Bekannte einen Abdruck dieses Textes von ihrer Freundin, als sie gerade mit Problemen belastet war. Sie schickte mir ein Ablichtung. Der Text liegt seitdem in meinem täglichen Andachtsbuch. Vor kurzem machte mich ein junger Briefpartner, der zur Zeit viel Notvolles erlebt, auf den Abdruck in VISION aufmerksam: “Dieser Artikel ist eine herrliche, tiefsinnige Auslegung des Wortes Gottes. Laß wirken, was da steht..." So wurden schon viele Menschen in meiner Umgebung durch diese Worte aufgerichtet. Es ist gut, auch bei schweren Problemen zu wissen: Einer weiß alles und trägt mich. Er hat die Kraft, alles positiv zu verändern. Es gibt keine Tiefe des Leidens, die Jesus nicht schon erlitten hat.

Christian Kellermann, D-02929 Rothenburg


Meine zweite Bekehrung

Ich bin Pensionistin, alleinstehend, ohne nähere Verwandte. Meinen Beruf - ich war AHS-Lehrerin - mußte ich vorzeitig aufgeben wegen schwerer Depressionen und Ängste, die auch trotz fachärztlicher Betreuung und entsprechender Medikation nicht weichen wollten. Unerträgliche, chronische Kopfschmerzen trieben mich in eine qualvolle Abhängigkeit von Analgetica, die schließlich zur Sucht wurde. Stationen auf dieser “Reise" waren eine schwere “midlife crisis", die mich fast in den Selbstmord trieb, ein Entzug auf der Psychiatrie, der nur scheinbar erfolgreich war.

Anfang der achtziger Jahre unterzog ich mich einer Psychoanalyse nach C.G. Jung, die mir half, meine traumatischen Kindheitserlebnisse aufzuarbeiten und die seelischen Konflikte, die mich belasteten, zu bewältigen. Wirkliche Heilung kann aber nur Gott schenken! Anfang 1982 schenkte mir Jesus die Gnade der ersten Bekehrung. In den folgenden Jahren zog Er mich immer tiefer hinein in das Geheimnis der persönlichen Bindung an Seine gottmenschliche Wesenheit. Mir wurden mystische Gaben zuteil...

Die schwersten Prüfungen standen mir noch bevor. Ich stürzte in einen Abgrund, bedrängt von den “Mächten der Finsternis", aus dem es kein Entrinnen zu geben schien. Heute bin ich frei! Jesus hat mich aus dem Tod ins Leben gerufen, wie einst Seinen Freund Lazarus. Er hat mir die Gnade der zweiten Bekehrung, der Umkehr des Herzens geschenkt. Erst jetzt lebe ich und bin bereit, den Weg der Nachfolge freudigen Herzens zu gehen trotz körperlicher Belastungen, in der Gewißheit, “daß Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt!" (Röm 8,28)

U.S., Wien


Wunderbare Zeugnisse

Ich möchte Euch auch wieder sagen, wie schön es ist, Eure Zeitschrift zu lesen, vor allem, weil man vieles einfach als selbstverständlich hinnimmt. Darum überwältigen mich die Zeugnisse immer wieder. Wie tief muß manchmal der Glaube und wie ehrlich das Bedürfnis sein, alles ändern zu wollen, wenn nur Gott mir ein Zeichen gibt.

Johanna Peter-Vymetal, Email: jope.vymetal@sbg.at


Schock für Lehrer

Ein Schock für jeden Lehrer: “man" (!) muß Kindern zuhause beim Lernen helfen! Das ist die Erklärung für das Versagen der Schule oder des einzelnen Lehrers. Die Großeltern sagten zu unseren Eltern: Wenn du das willst, mußt du selbst lernen. Wir können kein ... (z.B. Französisch) und dir dabei nicht helfen." Meine Eltern sagten: “Wenn du diese Ausbildung nicht gut vollendest, mußt du eben einen anderen Beruf ergreifen." Der Stand der Volksschulen war allgemein bildend, so daß wir im Alter noch Freude am gemeinsamen Gut hatten (z.B. Gedichte rezitierten, Lieder sangen). Unsere Eltern freuten sich, wenn sie Neues von uns erfuhren. Arme Kinder, arme Eltern! Erfolg statt Freude.

Immer wieder höre ich heute von Lehrern: Die Eltern sind schuld. Ja bitte - wer hat ihnen denn 30 Jahre lang gepredigt, sie sollten sich ja nicht einmischen, sie würden alles falsch machen? Sie sollen den Kindern freien Lauf lassen. Eltern haben ihre Aufgabe, Lehrer ihre Aufgabe zu erfüllen. Wenn Eltern Lehrer spielen müssen, ist beim Lehrer etwas nicht in Ordnung.

Hildegard Wechs, D-81541 München


Gratulation

Die Ausgabe Nr.4/2004 gefällt mir sehr gut! Besonders gut gefallen mir die Artikel “Jesus, sorge Du!" (Seite 12) und der erschütternde, aber auch Mut machende Artikel “Die Christenheit wird auferstehen" (Seite 11). Der Höhepunkt und das Herzstück dieser Ausgabe ist für mich aber das wunderschöne Portrait über Alan Ames.

Alfred Zoppelt, Email: alfred.zoppelt@utanet.at


Depressionen

Vor 30 Jahren bekam ich als junge Mutter schwerste Depressionen, in denen mir kein Medikament helfen konnte. Es war so schrecklich, daß ich mich mit dem Gedanken trug, zuerst meine drei kleinen Kinder und dann mich über eine Felswand zu stürzen. Den Platz wußte ich schon. Die Überlegung, daß diese Tat eine schwere Sünde ist und die Hölle noch schlimmer als mein jetziger Zustand, hielt mich letztlich davon ab, die Verzweiflungstat auszuführen. Nach einem halben Jahr besserte sich meine Gemütsverfassung allmählich von selber. Gott schenkte uns dann einen guten, verständnisvollen Beichtvater, der mir in den folgenden depressiven Phasen eine große Hilfe war. Spürbar gestärkt kam ich von jeder Beichte nach Hause. Wenn heute depressive Gedanken kommen, schaue ich auf den Herrn: “Jesus, ich vertraue auf Dich! Du bist stärker als der Böse, der mich mutlos machen möchte. Ich lege meine Zukunft in Deine Hände!" Und ich habe noch nie umsonst vertraut. Lobpreis Gottes.
Gerda Ruetz, A-6465 Dormitz

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