VISION 20005/2012
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Einleitung

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern…,“ so lautet der Auftrag des auferstandenen Herrn am Ende des Matthäus-Evangeliums. Alle Menschen, wohlgemerkt. Wieviele Männer und Frauen haben sich das im Laufe der Geschichte zu Herzen genommen, besonders in den letzten 150 Jahre! Die Kirche wurde tat­sächlich zur Weltkirche, die Botschaft gelangte zu allen Völkern.
Und dennoch: Gerade nach dem Konzil, das der zeitgemäßen Verkündigung so großes Augenmerk geschenkt hat, trat der Gedanke der Mission eher in den Hintergrund. Die Fortschrittseuphorie trug dazu bei: Man müsse den Menschen der 3. Welt vor allem zu wirtschaftlicher Entwicklung verhelfen, hieß es. Und: Entwicklungshilfe statt Mission, die man verdächtigte, die Völker von ihren kulturellen Wurzeln zu entfremden.
Hemmend wirkte sich auch das Überhandnehmen der „Diktatur des Relativismus“, der Skepsis der Wahrheit gegenüber, aus. Jeder habe eben seine Wahrheit. Sie dem Anderen aufzudrängen, sei anmaßend. Selbst in der Kirche wurde diese Sichtweise salonfähig.     Auch eine falsche Vorstellung von interreligiösem Dialog trug dazu bei: Alle Religionen seien legitime Wege zu Gott, Hauptsache der Muslim sei ein guter Muslim, der Buddhist ein guter Buddhist…
Obwohl Papst Johannes Paul II. nicht müde wurde, zur Neuevangelisierung der einst christlich geprägten Länder Europas und Nordamerikas aufzurufen, lähmen solche Sichtweisen natürlich missionarische Impulse. Im Jahr des Glaubens, das im Oktober beginnt, sollten diese jedenfalls neu belebt werden.
Daher haben wir dem Anliegen von Mission und Neuevangelisierung den Schwerpunkt dieser Nummer gewidmet. „Ite, missa est!“, lautete früher der Auftrag jeder Heiligen Messe, „Geht, Ihr seid gesandt!“

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