VISION 20005/2012
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Gott baut ein Spital in Peru

Artikel drucken Eine Erfahrungsreise mit Gott im 21. Jahrhundert (Alexa Gaspari)

Eine gute dreiviertel Stunde lang hat mir Dr. Klaus-Dieter John in den Räumen der Redaktion die unglaublich eindrucksvolle Entstehungsgeschichte von Diospi Suyana, einem Spital in Peru, geschildert. Ebenso spannend, schwungvoll und berührend wie seine Live-Erzählung ist auch sein Buch Ich habe Gott gesehen. Beide haben in mir die klare Erkenntnis gefestigt: Mit einer beeindruckenden Portion Gottvertrauen, Geduld, Hartnäckigkeit und Flexibilität können große Träume wahr werden.
In seinem fesselnden Buch lässt John den Leser die Verwirklichung seines Traums miterleben. Schon in der Mittelschule möchte er Arzt werden und in einem Spital der Dritten Welt arbeiten. Und eine Mitschülerin, Martina, die ähnliches vorhat, wirkt dann als Kinderärztin und Frau Dr. John – sie heiraten 1987 – an der Erfüllung eines großen Traums mit. Während einer Studienreise, die beide nach Südamerika führt, dann beim Besuch eines Indianerdorfes in den Anden sowie während ihrer beider Wirkungszeit in einem Missionsspital in Ecuador (schon damals ist ihm Gebet besonders wichtig: keinen einzigen Operationstag beginnt er „ohne um Gottes Bewahrung zu bitten“) wächst der große Wunsch: Ein Spital für die am Rande der Gesellschaft lebenden Quechua-Indianer zu errichten, in dem diese „Respekt und Liebe“ erfahren sollten.
Menschlich gesehen eine Illusion: Allein drei Millionen US-Dollar veranschlagt das Ehepaar für den Bau, weitere zwei Millionen für die Ausrüstung des Spitals. Weil es sich aber nicht um einen rein menschlichen Traum handelt, gehen die beiden ans Werk. Denn der gläubige Arzt schlägt eines Abends den Psalm 32 in seinem Andachtsbuch auf. Vers 8 trifft ihn ins Herz: „… Meine Augen sind auf dich gerichtet: Ich werde dir Anleitungen und Ratschläge geben und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst!“ Das ist die nötige Ermutigung Gottes zur Durchführung des Projekts, die Geburtsstunde von Diospi Suyana.
Seither, so schreibt John in seinem Buch, „habe ich niemals mehr an der Durchführung des Projekts gezweifelt.“ 240.000 Kilometer wird er in Europa und den USA zurücklegen, um Unterstützung in Kirchen, Schulklassen und Wohnzimmern, bei Firmen, Organisationen und Autoritäten für Diospi Suyana – „Wir vertrauen auf Gott“ , so der Name der Klinik in Peru – zu mobilisieren. Seine Präsentationen, bei denen er ab nun sein großes Projekt vorstellt, sind immer auch ein Glaubenszeugnis. Ihm folgen oft sogar Agnostiker gebannt und beginnen an ihrer Weltsicht zu zweifeln.
Niemand und nichts kann ihn davon abhalten, sein Vertrauen in Gott und seine Überzeugung von Gottes Führung und Segen überall und bei jedem Gespräch oder Vortrag zu bekennen. „Warum sprechen Sie so viel über Ihren Glauben?“, wird er immer wieder gefragt, „Sie machen sich nur das Leben schwer, wenn Sie Gott ins Spiel bringen!“ Gleiches hört er von Medienexperten: nicht von Gott reden, wenn man Spenden bekommen will. Auf mehr als 250 Seiten widerlegt John diese Behauptung schlagend.
Die Erzählungen, wie Gott die Herzen der Menschen so berührt, dass die Verantwortlichen unterschiedlichster Firmen ihm Narkosegeräte, Operationstische, High-Techgeräte, Ultraschallgeräte, chirurgische Instrumente , Computer-Tomographen, Zahnarztstühle und vieles mehr spenden, und an die 40.000 Privatpersonen rund 8,5 Millionen US-Dollar locker machen, sind unglaublich und faszinierend.
„Könnten Sie den Bau einer Intensivstation sponsern?“, fragt John beherzt den Chef des Sandoz-Konzerns, nachdem er ihm, wie üblich mit viel Begeisterung, die Arbeit für Diospi Suyana mittels seiner berührenden Bildern vorgestellt hat. Und tatsächlich: Er bekommt die dafür benötigten 50.000 Euro. Oder: Erst nach hartnäckigem Bitten lässt der Geschäftsführer eines Unternehmens endlich doch im Lager nachschauen, ob dort nicht drei dringend benötigte Geräte stehen – „Ich weiß , dass wir nichts im Lager haben,“ hatte es geheißen. Das Ergebnis: Genau drei Geräte werden gefunden, worauf Dr. John dem Geschäftsführer ganz ruhig erklärt: „Wissen Sie, ich erlebe solche Geschichten immer wieder, denn ich bete vor jedem Gespräch um den Segen Gottes.“
Das Ehepaar, das auf eine aussichtsreiche Karriere verzichtet (Studium mit vielen Auszeichnungen in Harvard, Yale, Cleveland, Denver usw.), um das Missionsspital in den Anden errichten zu können, erlebt in den Entstehungsjahren natürlich auch Durststrecken, Rückschläge und gefährliche Momente. Manches liest sich wie ein Kurzkrimi, etwa der Vorfall, als eine Autobande sie in eine Falle lockt und berauben möchte; oder die Aufdeckung der korrupten Machenschaften von Angestellten einer Baufirma…
Weitaus öfter erlebt Klaus-Dieter John aber, „dass nur Gott viel aus wenig und alles aus dem Nichts schaffen“ kann und dass Er immer wieder „auf schier unglaubliche Weise“ eingreift und handelt. Ja, sogar mittlere Katastrophen entpuppen sich manchmal geradezu als Segen. So nimmt ihm z.B. der Zoll in Peru seinen Beamer – den er dringend für seine Vorträge benötigt – ab. Keine Möglichkeit, ihn zurück zu bekommen. Ein schlimmer Rückschlag. Auf der Suche nach einem neuen Gerät lernt er in einem Geschäft „zufällig“ einen Mann kennen, dem er vom Spital, seinem Missgeschick mit dem Beamer erzählt und auch davon, dass erst kürzlich eine Absage erhalten habe, als er eine Firma um die kostenlose Überlassung einer Satellitenschüssel gebeten hatte. Der Mann hört interessiert zu, gibt ihm seine Visitenkarte. Er ist Präsident einer Telefonfirma, die ihm dann nicht nur die Satellitenschüssel für internationale Telefongespräche und den Internetverkehr spendet, sondern das ganz Drumherum: Hardware, Software und bis auf weiteres die Gebühren – eine langfristige Einsparung von hunderttausenden Dollar. So etwas zu arrangieren, gelingt eben nur Gott.
Oder: Auf der Suche nach einem Bauingenieur, der umsonst (!) die Bauarbeiten in Peru überwachen könnte, bekommt John die Telefonnummer eines Mannes, der bei einem der führenden Bauunternehmen Deutschlands gearbeitet hatte. Er ruft ihn an – es ist ein gläubiger Christ, den gerade die Frage umtreibt, ob Gott für seine Pension nicht einen besonderen Auftrag bereithält. Die überfallsartige Anfrage des Arztes deutet der Ingenieur als den erbetenen Fingerzeig – und er sagt zu. „Wenn wir Gott vertrauen, geschehen oft Dinge, die im Vorfeld schwer vorauszusehen sind,“ resümiert der Arzt. Das gilt übrigens auch für die Bereitschaft der First Lady Perus, offiziell die Patenschaft für das Spital zu übernehmen.
Ein halbes Jahr vor dessen Einweihung ist das Mitarbeiterteam – alle ehrenamtlich – auf 33 Personen gewachsen. Hier arbeiten Christen verschiedener Konfessionen einträchtig zusammen. Dr. John selbst kommt aus einem evangelisch-freikirchlichen Elternhaus und betont, wie sehr er seinen Eltern für ihr Vorbild als Menschen dankbar ist.
Im September 2007 war es soweit: das Spital wird in Anwesenheit der Präsidentengattin, des Gesundheitsministers und von 4.500 Besuchern feierlich eröffnet. „Im Vertrauen auf Gottes Hilfe war ein Monument des Glaubens entstanden“ und „der 10-jährige Traum (…) hatte sich erfüllt,“ schreibt der unermüdliche Arzt über diesen Tag. In einer peruanischen Zeitung wurde das Klinikum, das mit modernster Technik und Solaranlage ausgestattet ist als „Wunder von Curahuasi“ bezeichnet. Jährliche werden hier nun 100 000 Berglandindianer behandelt und liebevoll betreut.
Wenn der Arzt über den Glauben, die unendliche Liebe Jesu zu jedem von uns oder von den Gotteserlebnissen einiger seiner Mitarbeitern schreibt, so hat man den Eindruck es mit einem überzeugenden Prediger zu tun zu haben, dem es vor allem darum geht die Gute Nachricht Jesu Christi weiterzugeben. „Meine Erfüllung habe ich in der Gemeinschaft mit Christus gefunden. Und solange ich lebe, möchte ich ihm nachfolgen und seine Nähe spüren,“ liest man.
Aus dieser Haltung war es für ihn auch naheliegend, dass als erstes Bauwerk die Krankenhauskirche fertiggestellt wurde – natürlich mit gesponserten wunderschönen Glasfenstern –, in der nun so mancher Patient meint, „die Nähe Gottes in besonderer Weise erfahren zu haben.“
Um die tausende Notleidenden in Südperu weiterhin behandeln und betreuen zu können, suchen die Verantwortlichen ständig weitere freiwillige Mitarbeiter aus dem Ausland und Fachpersonal aus Peru. Vor allem aber braucht das Spital weltweit treue Spender und Förderer. Allen Nachahmern und allen die nach einer Verbindung zu Gott suchen, rät Dr. Klaus-Dieter John: „Sie müssen nur abspringen und sich in Seine Arme fallen lassen.“

P.S. Mit dem Kauf des Buches unterstützen Sie die Arbeit des Hospitals. Wer spenden möchte oder sich näher informieren will: www.diospi-suyana.de

Ich habe Gott gesehen – Diospi Suyana – Hospital der Hoffnung. Von Klaus-Dieter John, Brunnen Verlag, 272 Seiten, Farbbilder, ISBN 978-3-7655-1757-0, 14,95 Euro

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