VISION 20006/2020
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Carlo Acutis – eine Kurzbiographie

Artikel drucken (Christoph Hurnaus)

Anlässlich der Seligsprechung des jungen italienischen „Cyber-Apos­tels“ Carlo Acutis am 10. Oktober dieses Jahres, hat Christa Pfenningberger in der Zeitschrift Feuer und Licht eine lesenswerte Kurzbiographie herausgegeben, die nun in der Form einer kleinen Broschüre erschienen ist. Der junge Italiener, der im Alter von 15 Jahren an Leukämie verstarb, übt nicht erst seit seiner Seligsprechung eine große Faszination auf Gläubige in aller Welt aus.
Carlo Acutis wächst in einer Familie auf, die man nicht unbedingt als besonders religiös bezeichnen kann. Bereits früh bemerkt seine Mutter Antonia, dass ihr Junge anders als andere Gleichaltrige ist. Carlo bittet seine Eltern im Alter von sieben Jahren zur Frühkommunion gehen zu können, damit „mein Freund Jesus mir noch näher ist.“
Ab diesem Zeitpunkt nützt er jede Gelegenheit, um täglich die heilige Messe zu besuchen: „Wir haben es besser als die Apostel, die vor 2000 Jahren mit Christus gelebt haben. Wir brauchen, um ihm zu begegnen, nur in die Kirche zu gehen. Wir haben Jerusalem vor unserer Haustür.“ Carlo sagt einmal, dass die Eucharistie für ihn „die Autobahn in den Himmel“ sein wird.
Neben einer tiefen Liebe zur Eucharistie und zur Muttergottes entwickelt Carlo eine große Begabung für Informatik. Er lernt mehrere Programmiersprachen, gestaltet Internetseiten, stellt Videos her und gestaltet das Layout von Comics und Broschüren für Kinder. Er versteht aber auch bereits in jungen Jahren, dass der Computer zur Sucht werden kann und beschließt fortan, nur zwei Stunden pro Woche mit der geliebten Play-Station zu spielen. Mit elf Jahren gestaltet Carlo eine Website über 146 Eucharistische Wunder in der ganzen Welt, die heute als Wanderausstellung um die Welt pilgert.
Carlo konnte nach den Worten seiner Mutter nie verstehen, warum die Stadien bei Konzerten so voll und die Kirchen so leer sind. Trotz seiner großen Begabung gilt der Junge in der Schule nicht als Streber, sondern wird wegen seines Humors und seiner Hilfsbereitschaft von allen in der Klasse geschätzt. Carlo hat immer ein Herz für die Schwachen und Armen.
Sehr früh versteht er, was es heißt, Jesus zu folgen und als Christ zu leben, wenn er bekennt: „Wir kommen alle als Originale auf die Welt, aber viele von uns sterben als Fotokopien. Indem wir Jesus Christus folgen, bleiben wir das Original, das Er von Anfang an gewollt und geliebt hat, und das nicht vom Computer verformt und kopiert werden darf.“
Mit  15 erkrankt Carlo an einer aggressiven Form von Leukämie. Er weiß, dass er nur mehr wenige Tage zu leben hat. Seinen Eltern vertraut er an, dass er sein Leiden für den Papst und die Kirche aufopfern wird, damit er nicht ins Fegefeuer muss, sondern gleich in den Himmel kommt. Nur wenige Tage nach seiner Krebsdiagnose stirbt Carlo am 12. Oktober 2006. Bei seinem Begräbnis in Assisi sind die Kirche und der Platz davor gefüllt. Seine Mutter ist erstaunt, weil sie dort viele Menschen sieht, die sie nie zuvor gesehen hat. Sie trifft auf Obdachlose, Asylanten, Kinder, die ihr Dinge von Carlo erzählen, von denen sie bislang nichts gewusst hat.
Nach Anerkennung eines Wunders, das auf die Fürbitte Carlos in Brasilien geschieht, wird der Seligsprechungsprozess eingeleitet, der nun in Assisi, am Ort des Lieblingsheiligen der Familie Acutis, seinen Abschluss gefunden hat. Nachdem Papst Pius XII. dort im Jahr 1958 die heilige Klara zur Patronin des Fernsehens erhoben hat, wünschen sich viele Gläubige weltweit Carlo Acutis zum Patron des Internets. Carlo könnte aber auch zum Fürsprecher der um ihre Kinder trauernden Mütter werden, denn drei Jahre nach seinem Tod gebar seine Mutter auf die Fürsprache ihres Sohnes mit 44 Jahren Zwillinge.

Carlo Acutis – Kurzbiographie. Von Christa Pfenningberger, Feuer und Licht, Preis: 2,30€


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