VISION 20001/2003
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Gott sorgt fortgesetzt für uns

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Die Bibel bezeugt die Gegenwart Gottes in unserem Leben, eine treue, wachsame, wohlwollende, aber auch anspruchsvolle Gegenwart. Die Propheten und Psalmisten betonen es fortgesetzt: “Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten; er steht dir zur Seite... (Ps. 121,4f) Er beschirmt dich mit seinen Flügeln... Schild und Schutz ist dir seine Treue... Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen." (Ps 91)

Für Jesus ist die Zukunftsangst Zeichen mangelnden Glaubens. Gott, der die Vögel nährt und das Gras kleidet, wird uns nicht verlassen. “Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennige? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt." (Mt 10,29-31)

Aber Achtung! Dieses einfache Vertrauen ist nicht läppisch. Es bedeutet nicht, daß die Gläubigen vor den Lasten des Lebens bewahrt bleiben; sie teilen da das Los aller. Sie sind kein Club Privilegierter. Auch heißt es nicht, daß man jedesmal den Sinn der Ereignisse, vor allem der dramatischen, durchschaut.

Hier ist ein wesentliches Faktum unseres Glaubens in Erinnerung zu rufen: Gott ist nicht Teil des Universums, ein Wesen unter anderen. Sein Wirken ist nicht das Zusammenspiel mit anderen Einflüssen welcher Art auch immer (natürlichen Phänomenen, menschlichen Freiheiten, geschichtlichen Umständen). Es liegt auf einer anderen Ebene. Um das auszudrücken, sagt man, Gott sei die Primärursache. Alles andere sind Sekundärursachen. Dann ist klar, daß nicht alles, was geschieht, direkt Gott zum Urheber hat: Es gibt Dinge, die Er nicht will, die nicht Sein Werk sind. (...)

Dennoch halten wir mit dem Apostel Paulus fest, daß Gott dank Seiner Weisheit und Barmherzigkeit die Macht hat, aus Bösem Gutes zu wirken. Es geschieht zwar nicht alles nach dem Willen Gottes, aber nichts entgeht Seiner Vorsehung.

Bevor er als Märtyrer starb, konnte Thomas Morus als wahrhaft Glaubender seiner Tochter sagen: “Es geschieht nichts, was Gott nicht zugelassen hat; so schlimm etwas auch erscheinen mag, es ist dennoch das Beste für uns."

Alain Bandelier

Auszug aus Famille Chrétienne v. 12.11.98

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