VISION 20001/2003
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Komm, Herr Jesus!

Artikel drucken Die Kirche unterwegs zu einem neuen Pfingsten (Von Horst Obereder)

Nach jeder Wandlung beten wir. “Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit!" Aber wann kommt der Herr?

Wann erfüllt sich dieser schon 2000 Jahre alte Ruf, der am Ende der Heiligen Schrift zu lesen ist: Komm, Herr Jesus!? (Offb 22,20) Ja, der Herr wird wiederkommen! Nichts ist sicherer als dies, denn es ist ein prophetisches Wort der Schrift, das sich erfüllen wird! Leben wir aber in dieser Erwartung der Ankunft des Herrn?

Vernehmen wir mit Wachheit Sein Klopfen an der Tür? Eine Wiederkunft nicht zum Gericht, sondern zu einem “Neuen Pfingsten der Liebe"?

In jedem Advent stellt uns die Kirche eindrücklich die Wahrheit vor Augen, daß Jesus wiederkommen wird. Jesus fragt jeden: “Kannst du mich schon heute empfangen? Komme ich zu bald? Hast du auf meine Ankunft gewartet, dich auf die Begegnung mit mir vorbereitet, sind deine Lampen gefüllt?"

Aber sollen wir uns überhaupt auf die Wiederkunft Christi vorbereiten? Die Weltspirale dreht sich so schnell, die Zeit eilt so sehr, daß sich kaum jemand dieser Frage stellt. Die Frage nach der Wiederkunft des Herrn ist trotz eines 11. September 2001 in entfernte Weiten gerückt. Für viele ist die Rede über das Kommen Jesu ein Tabu-Thema, mit dem sich nur Aussteiger und Sektierer beschäftigen. Schließlich ist Jesus schon 2000 Jahre lang nicht gekommen, warum sollte sich Seine Wiederkunft ausgerechnet zu meiner Zeit ereignen? Aber darf ich fragen: Warum sollte Er nicht jetzt kommen; heute, morgen oder in zehn Jahren?

Im apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae schreibt der Heilige Vater, daß ihn die Probleme des neuen Jahrtausends auf den Gedanken kommen lassen, “daß nur ein Eingriff von oben ... auf eine weniger dunkle Zukunft hoffen läßt."

In der Generalaudienz vom 22. April 1998 hat der Papst über die endgültige Wiederkunft Christi gesprochen und gesagt: “Während der Weg zum Jubiläum uns das erste, historische Kommen Jesu in Erinnerung ruft, lädt Er uns auch ein, voraus zu blicken in der Erwartung Seines zweiten Kommens am Ende der Zeiten." Eine Reflexion über die zweite Ankunft des Herrn ist daher zweifellos naheliegend und aktuell.

Im Dekret über das Laienapostolat lesen wir, daß der “Heilige Geist ... auch noch besondere Gaben" schenkt. Diese Gaben dienen zum “Aufbau des ganzen Leibes", und die Gläubigen haben “das Recht und die Pflicht, sie in Kirche und Welt zum Wohl der Menschen und zum Aufbau der Kirche zu gebrauchen."

Der Christ muß sich also den Charismen, die Gott schenkt, öffnen und bereit sein, sie zu prüfen, bzw. prüfen zu lassen. Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil es in der katholischen Kirche - aber nicht nur in ihr - heute eine Fülle von charismatischen Persönlichkeiten mit außerordentlichen Gaben gibt.

Es fällt auf - dies bezeugt auch der Mariologe des Vatikans, René Laurentin -, daß die übernatürlichen Phänomene in unserer Zeit sehr stark zugenommen haben. Es gab noch nie so viele Marienerscheinungen, noch nie so viele stigmatisierte Personen...

Beispielsweise den Seher von Kures˜cek in Slowenien, Franjo Speli˜c. Er ist Priester und stigmatisiert. Seine Botschaften wurden immer nach der Prüfung durch den Bischof von Laibach veröffentlicht. Oder Medjugorje: Der Ort ist von der Kirche - unabhängig vom Urteil über die Erscheinungen - offiziell als Wallfahrtsort anerkannt worden. Viele haben sich an die Monatsbotschaften gewöhnt. Welches Geschenk uns da gegeben ist, werden wir erst erfahren, wenn es uns genommen ist.

Die Welt erlebt Wirtschaftskrisen von Ost bis West, Kriege in allen Erdteilen und Katastrophen rund um den Erdball. Die einen vermögen die Zeichen der Zeit und jene Zeichen, die Gott schenkt, nicht zu deuten, viele aber ahnen, daß sich in naher Zukunft etwas verändern wird.

Der verstorbene Erzbischof Stimpfle von Augsburg hat kurz vor seinem Tod gesagt: “Die Mächte sind deshalb so wütend, weil der Gott der Christen in naher Zukunft etwas Gewaltiges für sein Volk tun wird."

Auf dieses kommende Ereignis warten wir alle: Auf das “Neue Pfingsten", von dem der Heilige Vater spricht und das so viele begnadete Persönlichkeiten wie die stigmatisierte Marthe Robin prophezeiten. Das “Neue Pfingsten der Liebe" steht vor der Tür, wir leben in der Morgenröte einer neuen Zeit.

Zu den bedeutendsten Zeichen unserer Zeit gehören die Verkündigung des dritten Geheimnisses von Fatima und die Anerkennung der Botschaften der “Frau aller Völker" am 31. Mai 2002 durch den zuständigen Bischof Josef Maria Punt. Maria sagte am 31. Mai 1955 in Amsterdam: “Das Reich Gottes ist näher als je". Und die Botschaften endeten am 31. Mai 1967 mit dem Satz: “Der Geist wird kommen."

Daher gilt es, nicht zu resignieren, sondern zu neuer Mission aufzubrechen. Wenn Priester heute die Gebote Gottes nach eigenem Geschmack verändern, entsteht daraus keine neue lebendige Kirche. Die erneuerte Kirche wird direkt von Gott kommen. Wie dies geschehen wird, ist derzeit unvorstellbar. Bei dem jetzigen inner- und außerkirchlichen Chaos scheint eine Erneuerung der Kirche unmöglich zu sein - und doch wird diese Erneuerung kommen!

Seien wir wie die “klugen Jungfrauen" und bereiten wir uns auf die Wiederkunft Christi vor. Jesus wird wiederkommen, aber nicht zum Gericht, sondern um uns ein “Neues Pfingsten der Liebe" zu schenken!

Angesichts der Situation in Kirche und Welt tritt der Papst die Offensive an. Er ruft uns zu, die Netze neu auszuwerfen und nicht zu resignieren. Er schenkt der Kirche ein Jahr des Rosenkranzes und auch einen neuen, den “lichtvollen" Rosenkranz. Der Papst weiß um den “Frühling", der kommen wird, der aber nur kommt, wenn wir uns in diesem Rosenkranzjahr mit Maria im Abendmahlssaal versammeln und um einen missionarischen Geist beten, damit der Herr “uns nicht schlafend findet, wenn er wiederkommt."

Schon 1990 schreibt der Heilige Vater in seiner Enzyklika Redemptoris Missio: “Wenn man die heutige Welt oberflächlich betrachtet, ist man nicht wenig betroffen von den negativen Tatsachen, die zum Pessimismus führen können. Aber dieses Gefühl ist nicht gerechtfertigt: Wir glauben an Gott, den Vater und Herrn, an seine Güte und Barmherzigkeit. Unmittelbar vor Anbruch des dritten Jahrtausends der Erlösung ist Gott dabei, einen großen christlichen Frühling zu bereiten, dessen Morgenröte man schon ahnend erkennen kann...

Noch nie hatte die Kirche so wie heute die Möglichkeit, das Evangelium durch das Zeugnis und das Wort allen Menschen und allen Völkern zukommen zu lassen. Ich sehe ein neues Missionszeitalter heraufdämmern, das zu einem hellen Tag, reich an Früchten, werden wird, wenn alle Christen, besonders die Missionare und die jungen Kirchen, mit Hochherzigkeit und Heiligkeit auf die Appelle und Herausforderungen unserer Zeit antworten.

Wie die Apostel nach der Himmelfahrt Christi, so muß sich die Kirche im Abendmahlssaal versammeln ,mit Maria, der Mutter Jesu' (Apg 1, 14), um den Geist zu erflehen und Kraft und Mut für die Erfüllung des Missionsauftrages zu erhalten. Auch wir, mehr noch als die Apostel, müssen vom Geist verwandelt und geführt werden."

Es geht also um eine folgenschwere Entscheidung. Im Buch der Sprichwörter lesen wir: “Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk; wohl ihm, wenn es die Lehre bewahrt." (Spr 29,18) Wenn das Volk ohne prophetische Offenbarung verwildert, dann geschieht dies umso mehr, wenn echte prophetische Offenbarung nicht angenommen und verworfen wird.

Die Dichte der Prophetien rund um den Erdball weist uns auf jeden Fall auf eine Dringlichkeit hin. Es geht um die “Rettung der Seelen."

Nach Aussagen mancher Propheten der heutigen Zeit werden wir bald durch ein “Feuer" in dieses “Neue Pfingsten" hinein gehen. In dieser Zeit ist tatsächlich der Aufruf der Muttergottes zum Gebet das Wichtigste. Immer wieder sagt sie: “Betet, betet, betet!" Im Gebet wird euch alles klar werden.

Denn betende Menschen ...

erkennen die Führung Gottes,

werden nicht in blinde Angst verfallen,

werden die Freude nie verlieren,

werden das Evangelium im Wort und Leben bezeugen,

werden nicht mutlos,

sind immer voll Zuversicht,

sind offen für den Anruf Gottes,

erkennen die Zeichen der Zeit,

haben den Mut, die Wahrheit zu verkünden,

erkennen das Böse in jeder Gestalt,

meiden die Sünde und sind geborgen in der Hand Gottes!

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